In der charmanten Stadt Freising, die mit ihrer historischen Mariensäule nicht nur Einheimische, sondern auch zahlreiche Touristen anzieht, wurde kürzlich ein Kapitel in der Geschichte der Störche aufgeschlagen. Innerhalb von nur 48 Stunden rückte die Feuerwehr gleich zweimal aus, um einem Storchenpaar, das sein Nest auf der Mariensäule errichtet hatte, zu helfen. Die Stadtverwaltung entschloss sich, die Störche von der Marienstatue umzusetzen, da Experten der Meinung sind, dass Brutversuche an diesem Standort nicht erfolgsversprechend sind.
Die Gründe für diese Umsiedlung sind vielfältig. Zum einen ist die Auflagefläche der Krone der Mariensäule zu klein, um ein sicheres Nest zu garantieren. Zum anderen besteht die Gefahr, dass der Kot der Störche das aus Marmor gefertigte Denkmal beschädigt. Hinzu kommt, dass die schweren Nester, die bis zu zwei Tonnen wiegen können, nicht nur eine Gefahr für die Mariensäule selbst darstellen, sondern auch für Passanten, die darunter vorbeigehen. So wurde am Freitagmorgen, dem 21. April, die Feuerwehr aktiv und entfernte das Nest von der Mariensäule, um es zur neuen Nisthilfe am Marcushaus zu bringen.
Der Umzug ins Marcushaus
Am Freitagabend, nach einer Reihe unterstützender Maßnahmen der Stadt, nahmen die Störche das neue Nest auf dem Marcushaus endlich an. Zuvor war ein erster Versuch, das Nest dort zu montieren, fehlgeschlagen – Wind und Wetter sowie die glatte Oberfläche des Kupferblechs hatten den Störchen das Nisten verleidet. Am 15. April wurde die neue Nisthilfe montiert, die von der Freisinger Firma Göls aus Edelstahl gefertigt wurde und höher gelegen ist als der ursprüngliche Nistplatz. Diese neue Location ermöglicht zudem eine turnusmäßige Wartung, was langfristig zur Sicherheit der Störche und des Denkmals beiträgt.
Die Umstehenden zeigten sich beim Umzug des Storchenpaares sowohl interessiert als auch skeptisch. Es war nicht das erste Mal, dass in Freising über den Umgang mit nistenden Vögeln in der Innenstadt debattiert wurde. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher äußerte Bedenken, dass andere Störche möglicherweise in den neuen Horst einziehen könnten, während Manfred Drobny vom Bund Naturschutz riet, das Nest auf der Mariensäule zu entfernen, um Konflikte künftig zu vermeiden. Bei der Untersuchung des Nests wurde glücklicherweise kein Gelege gefunden, was die Umsiedlung erleichterte.
Ein neues Zuhause für die Störche
Die Entscheidung zur Umsiedlung fiel nicht über Nacht. Bereits am 8. April beschloss die Stadt, ein Ausweichquartier für die Störche zu schaffen, um den Herausforderungen des Nistens an der Mariensäule entgegenzuwirken. Die Baumaßnahmen am Marcushaus wurden in weniger als einer Woche abgeschlossen, nachdem die Stadt Absprachen mit dem Denkmalschutz, der Statik und dem Blitzschutz getroffen hatte.
Die Störche wurden erstmals am 14. März in der Krone der Muttergottes gesichtet und zogen bald die Aufmerksamkeit von Touristen auf sich, die kamen, um die Vögel über dem Wochenmarkt zu beobachten. Mit dem neuen Nest auf dem Marcushaus hoffen die Stadt und die Bürger, dass die Störche endlich ein sicheres Zuhause finden und möglicherweise bald Nachwuchs bekommen können. In Freising bleibt die Geschichte der Störche spannend – und wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht!
Wer mehr über diese bewegende Geschichte erfahren möchte, kann die Berichterstattung auf Merkur und Süddeutsche Zeitung nachlesen.