Am 17. Mai 2026 war Freising der Schauplatz eines ganz besonderen Events, das sich mit einem Thema befasste, das oft im Schatten bleibt: dem weiblichen Zyklus. Im WeltWerkstatt-Zelt auf dem Uferlos-Gelände fand der erste Zyklus-Event statt, und die hohe Besucherresonanz zeigte deutlich, dass das Interesse an diesem Thema riesig ist. Wer hätte gedacht, dass so viele Menschen sich für etwas interessieren, was oft als Tabu gilt? Die Atmosphäre war aufgeladen mit Neugier und dem Wunsch, mehr über die eigenen Körper zu erfahren.
Die Veranstaltung wurde von Elina Hakelberg vom Arbeitskreis Jugendpolitik Freising eröffnet. Ihr Ziel? Tabus aufzubrechen und eine offene Diskussion über Menstruation und den weiblichen Zyklus zu fördern. Diese Mission kam bei den Anwesenden gut an. Die Referentin Sophie Auernhammer, eine Expertin für Natürliche Familienplanung, sprach über die wichtigen Hormone Östrogen und Progesteron. Während das eine als „Wohlfühlhormon“ beschrieben wurde, sorgt das andere für „Ruhe und Stabilität“. Da konnte man förmlich spüren, wie einige Zuhörerinnen bei diesen Begriffen aufhorchten – schließlich betrifft es viele persönlich.
Hormone und ihre Auswirkungen
Ein ganz besonders interessanter Punkt war die Erklärung des Prämenstruellen Syndroms (PMS). Viele Frauen können ein Lied davon singen, wie unangenehm diese Phase sein kann, wenn die Hormone ihren Rückzug antreten. Auernhammer ging auch auf das „fruchtbare Fenster“ ein und stellte die symptothermale Methode zur Bestimmung der fruchtbaren Tage vor. Das klingt alles sehr medizinisch, aber die verständlichen Erklärungen machten es für alle nachvollziehbar. Ein Highlight war die „Zervixschleim-Bar“, die den verschiedenen Grad des Zervixschleims veranschaulichte – ein anschauliches und lustiges Element, das für einige Lacher sorgte.
Die politischen Dimensionen des weiblichen Zyklus wurden ebenfalls von den Expertinnen Alma Lamey und Lara Sophie Ortlieb angesprochen. Sie thematisierten, wie Armut den Zugang zu Menstruationsprodukten beeinflusst und damit das Leben vieler Frauen erschwert. Ein wichtiges Thema, das viel zu oft ignoriert wird. Das Gesundheitsamt Freising war ebenfalls vor Ort und bot Informationen zu Verhütungsmöglichkeiten an – eine wertvolle Ressource für alle, die sich über ihre Optionen informieren wollten.
Interaktion und Austausch
Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war das Quiz, das von Michaela Meier und Sophie Schranner durchgeführt wurde. Es war eine unterhaltsame Möglichkeit, Wissen zu testen und gleichzeitig mehr über den Zyklus zu lernen. Besucherinnen und Besucher hatten zudem die Gelegenheit, an verschiedenen Infoständen Fragen zu stellen und direkt mit den Referentinnen ins Gespräch zu kommen. Die rege Teilnahme und die offenen Gespräche zeigten: Es gibt einen echten Bedarf an Aufklärung und Austausch.
Elina Hakelberg brachte es auf den Punkt, als sie feststellte, dass viele Themen in unserer Gesellschaft noch immer als Tabu gelten. Es ist an der Zeit, diese Scham abzubauen und offen über den weiblichen Körper zu sprechen. Der Zyklus-Event war ein erster Schritt in die richtige Richtung – und ein Eindruck, dass die Menschen in Freising bereit sind, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Es bleibt zu hoffen, dass solch wichtige Veranstaltungen nicht nur in Freising, sondern auch in anderen Städten an Bedeutung gewinnen. Schließlich geht es um mehr als nur um Menstruation – es geht um Gesundheit, Wohlbefinden und die Gleichstellung der Geschlechter.