Heute ist der 11.05.2026 und ich sitze hier in Erlangen, um über ein Thema zu plaudern, das derzeit die Gemüter bewegt: den Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Religion, speziell auf das Christentum. Ein spannendes, aber auch recht heikles Unterfangen, denn die Frage, wie tief KI in unsere Glaubenswelt eindringen kann, beschäftigt nicht nur Theologen, sondern auch viele von uns. Man könnte fast sagen, die Kirche steht vor einer digitalen Herausforderung, die sie nicht ignorieren kann.

In einem Artikel auf np-coburg.de wird über die Möglichkeit diskutiert, mit einem Jesus-Avatar Videotelefonate zu führen. Ja, richtig gehört! Man könnte bald für ein Gespräch mit einem KI-generierten Jesus bezahlen. Die Vorstellung, dass Menschen diese Antworten für wahr halten, wirft einige Fragen auf. Der evangelische Theologe Florian Höhne ist da skeptisch. Er warnt davor, dass die KI in einer Autoritätsposition agiert, die sie nicht haben sollte – und das ist problematisch! Die Notwendigkeit einer Medienaufklärung wird von ihm genauso betont wie die Tatsache, dass Menschen verstehen müssen, wie KI wirklich funktioniert.

Die Skepsis des Papstes

Und da ist auch Papst Leo XIV., der sich skeptisch gegenüber KI-generierten Predigten äußert. Er ist überzeugt, dass KI den Glauben nicht teilen kann. Der Papst hat sogar einen Berater für KI im Vatikan, den Franziskanermönch Paolo Benanti, der regelmäßig über die Risiken von KI spricht. Diese Bedenken sind nicht unbegründet, denn Johannes Heger, ein Religionspädagoge aus Würzburg, sieht KI als disruptive Technologie, die unser Verständnis von Religion und Gemeinschaft beeinflusst. Er fordert eine tiefere Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von KI auf unser Vertrauen in mediale Inhalte.

Doch das ist noch nicht alles! Papst Leo XIV. hat kürzlich in einer Botschaft an einen Kongress an der römischen Universität Gregoriana die Bedeutung der digitalen Kompetenz betont. Er erkennt, dass KI aus der kreativen Fähigkeit des Menschen entsteht – eine Fähigkeit, die von Gott anvertraut wurde. Technologische Innovation wird als Teilhabe am göttlichen Schöpfungsakt betrachtet, und Leo fordert von KI-Entwicklern ein moralisches Unterscheidungsvermögen. Es geht darum, Systeme zu schaffen, die Gerechtigkeit und Solidarität widerspiegeln und nicht nur das Interesse von Forschungslabors und Investoren bedienen.

Die Zukunft der digitalen Religion

Der Papst plant ein Lehrschreiben mit dem Titel „Magnifica humanitas“, in dem die negativen Folgen von KI thematisiert werden sollen. Das klingt nach einer wichtigen Initiative, denn die Welt der Bildung ist ein zentraler Punkt in der Diskussion rund um KI. Heilig-Jahr-Sonderfeiern im Vatikan, die Pilger aus 124 Ländern anziehen, zeigen, wie ernst es der Kirche ist, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Es ist ein Aufruf, sich nicht nur als Zuschauer in der digitalen Transformation zu sehen, sondern aktiv an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. Schließlich soll Technologie im Dienste der Evangelisierung und der integralen Entwicklung jedes Einzelnen stehen.

Die Verwicklungen zwischen Glaube und Technologie scheinen komplexer zu sein, als wir vielleicht einmal dachten. Während wir uns auf ein Gespräch mit einem digitalen Jesus vorbereiten, stellt sich die Frage: Wie viel Menschlichkeit bleibt in der digitalen Welt? Und wie können wir sicherstellen, dass diese neuen Technologien im Einklang mit unseren Werten stehen? Die Antworten darauf werden nicht einfach sein, aber sie sind notwendig für die Zukunft unserer Glaubensgemeinschaft.