Heute ist der 21.05.2026, und die Nachrichten aus Bayern sind alles andere als erfreulich. Der Tod eines Patienten aus Augsburg und die Erkrankung eines 79-Jährigen in Niederbayern machen deutlich, dass das Bornavirus leider wieder einmal für Schlagzeilen sorgt. In diesem Jahr ist Bayern besonders betroffen: vier von fünf bundesweiten Fällen wurden hier registriert. Es ist ein bisschen wie ein Schatten, der über der Region schwebt.
Erst Anfang Mai in Augsburg, dann Ende April im Raum Bad Wörishofen und auch im Landkreis Erding – die Liste der Bornavirusfälle wird länger. Aktuell befindet sich ein 79-Jähriger im Landkreis Regen in intensivmedizinischer Behandlung. Merle Böhmer, Epidemiologin, hebt hervor, dass die Zahl der Fälle in diesem Jahr steigen könnte. Während wir 2024 nur zwei Fälle verzeichneten, waren es 2025 bereits fünf, und nun sind wir in diesem Jahr bei insgesamt fünf Fällen angekommen. Das lässt einen schon nachdenklich zurück.
Die Gefahr aus der Natur
Das Bornavirus, das zu schweren Gehirnentzündungen führen kann, wird vor allem von der Feldspitzmaus getragen. Diese kleinen Tierchen sind in Bayern weit verbreitet. Man könnte fast sagen, sie sind hier heimisch, während in Westdeutschland eine andere Mausart die Oberhand hat. Die Krankheit wurde erstmals 1813 als Pferdekrankheit beschrieben, und erst 2018 wurde die Übertragbarkeit auf Menschen nachgewiesen. Ein richtiger Schock, wenn man bedenkt, dass die ersten Fälle in Bayern bereits 1996 aufgetreten sind.
Die Situation ist brenzlig, denn deutschlandweit gibt es über 60 bekannte Todesfälle durch das Virus. Besonders beunruhigend ist, dass die Infektionswege schwer nachzuvollziehen sind. Es könnte durch Bisse, Kratzer oder sogar durch das Einatmen von Staub geschehen. In der Regel scheiden infizierte Tiere das Virus über Kot, Urin, Speichel und Haut aus. Das klingt nicht nur unangenehm, sondern macht die Sache auch gefährlicher, als man denkt. Und das, obwohl das Virus in der Umwelt nicht stabil ist und seine Infektiosität nach wenigen Tagen verliert. Ein bisschen beruhigend, aber trotzdem – das Virus ist da.
Eine Region im Ausnahmezustand
Die Nervosität in der Bevölkerung ist spürbar, aber es gibt keinen Grund zur Panik. Das Virus verbreitet sich nicht von Mensch zu Mensch, was eine gewisse Erleichterung mit sich bringt. Dennoch ist die Meldepflicht seit 2020 ein Schritt in die richtige Richtung. So können die Gesundheitsbehörden die Lage besser im Blick behalten. Das Gefühl, dass die Infektionen in diesem Jahr höher sind als in den Vorjahren, lässt sich nicht leugnen. Die Sorgen um die eigene Gesundheit und die der Familie sind für viele Menschen im Alltag allgegenwärtig.
Und während die Vernunft sagt, dass die Gefahr nicht so groß ist, bleibt im Hinterkopf das mulmige Gefühl, das sich breitmacht, wenn man an die kleinen, unsichtbaren Bedrohungen denkt, die in der Natur lauern. Es ist ein bisschen wie ein Spiel mit dem Feuer – spannend, aber auch gefährlich.
