Heute ist der 16.05.2026 in Erding und die politische Landschaft hat sich mal wieder gewaltig verändert. Die Vergabe der Bürgermeister- und Referentenposten hat für einige Überraschungen gesorgt. Die Freien Wähler gehen diesmal mit leeren Händen aus, was für Petra Bauernfeind, die bisherige Vizechefin, nicht gerade ein Grund zur Freude ist. Sie zeigt sich verständlicherweise verärgert über die Ergebnisse, die deutlich machen, dass die Machtverhältnisse in der Stadt sich verschoben haben.

Im Vergleich zur Vergabe vor sechs Jahren, die von Problemen innerhalb der CSU geprägt war, verlief alles diesmal deutlich geräuschloser. Die CSU sicherte sich durch geschickte Absprachen mit kleineren Gruppierungen die Mehrheit. Das wirft die Frage auf, ob die Art und Weise, wie die Ämter verteilt werden, wirklich dem demokratischen Mehrheitsprinzip entspricht. Die Freien Wähler sehen das anders und fühlen sich benachteiligt, doch dieser Vorwurf wird von den anderen Parteien als unbegründet abgetan. Schließlich hängt die Repräsentation der Stadt nicht nur von der Parteistärke, sondern auch von der Kompetenz und Persönlichkeit der Kandidaten ab.

Die Stellung der AfD

Ein besonders spannender Punkt ist der Aufstieg der AfD. Alfons Penzkofer, der Kandidat der AfD, gewann das Ressort „Senioren“ und erhielt dabei sogar zehn Stimmen – das sind sechs mehr, als seine Partei Sitze hat! Dabei gab es auch fünf ungültige Stimmzettel, was die Situation noch komplizierter macht. Bauernfeind hingegen kam mit 25 Stimmen nicht über einen schwachen Trost hinaus. Das ist schon ein bisschen bitter, wenn man bedenkt, wie hart im politischen Geschäft gekämpft wird.

Die Freien Wähler mussten nicht nur diesen Verlust hinnehmen, sondern erlitten auch eine doppelte Abfuhr. Hans Fehlberger verlor den Vorsitz im Rechnungsprüfungsausschuss, während Rainer Mehringer im stellvertretenden Vorsitz gegen Barbara Hinzmann unterlag. Das alles geschah im neu gewählten Kreistag, der insgesamt 60 Sitze umfasst. Die CSU konnte ihre 24 Sitze halten, während die Freien Wähler mit 11 Sitzen auf dem gleichen Stand wie 2020 geblieben sind. Die AfD hingegen hat sich auf 8 Sitze gesteigert – ein klarer Aufwärtstrend!

Die neuen Gesichter im Kreistag

Neu im Kreistag sind Manuela Schulz und Peter Junker von der AfD. Diese Entwicklung zeigt, dass die Wähler scheinbar eine klare Botschaft senden. Bei der Kommunalwahl 2016 hatte die AfD mit 5 Sitzen gestartet, verlor jedoch einen durch den Austritt von Rainer Forster. Interessanterweise haben die Grünen 4 Sitze verloren und kommen nun auf insgesamt 5 Sitze. Lisa Schießer konnte zwar die meisten Stimmen unter den Grünen-Kandidaten sammeln, doch die Gesamtbilanz ist ernüchternd.

Martin Bayerstorfer von der CSU wurde mit 56,5 Prozent wiedergewählt, und Ulrike Scharf holte mit 55.894 Stimmen die meisten Stimmen auf der CSU-Kreistagsliste. Rainer Mehringer von den Freien Wählern erreichte bei der Landratswahl immerhin 25,3 Prozent und sicherte sich den zweiten Platz. Für die ÖDP gab es jedoch auch Grund zur Freude: Christina Treffler konnte mit 18,2 Prozent einen Achtungserfolg feiern, während Veronika Zwirglmeier neu in den Kreistag einzieht. Ganz zu schweigen von der FDP, die ihr Mandat erfolgreich halten konnte.

Doch nicht nur die großen Parteien haben sich verändert. Die Linke konnte ihre Sitze von 1 auf 2 verdoppeln, was zeigt, dass auch in den kleineren politischen Strukturen Bewegung herrscht. Und Benedikt Klingbeil von der SPD wurde sowohl in den Stadtrat als auch in den Kreistag gewählt – ein echtes Doppeltalent!

Während sich die politische Landschaft in Erding formt und verändert, bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die Stadt und ihre Bürger auswirken werden. Ein spannendes Jahr steht uns bevor!