Am 29. April 2026 sorgt ein Urteil am Amtsgericht Erding für Aufsehen. Sieben Aktivisten der Gruppe Letzte Generation wurden wegen ihrer Blockadeaktion am Münchner Flughafen am 18. Mai 2024 verurteilt. Die Umweltschützer hatten in den frühen Morgenstunden Löcher in Flughafenzäune geschnitten und Zufahrten blockiert, wodurch der Betrieb für etwa zwei Stunden lahmgelegt wurde. Rund 60 Flüge wurden gestrichen, und 14 Maschinen mussten auf andere Flughäfen ausweichen. Die Angeklagten, deren Alter zwischen 24 und 46 Jahren variiert, bekannten sich zu ihrer Aktion und gaben an, dadurch politischen Druck in der Klimakrise erzeugen zu wollen, ohne Menschenleben zu gefährden. Vorab wurde die Flughafensicherheit informiert.

Das Gericht verhängte Geldstrafen von 140 Tagessätzen à 15 Euro für sechs der Aktivisten. Die siebte, vorbestrafte Angeklagte muss sogar 160 Tagessätze zahlen. Dies steht im Gegensatz zur Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten beantragte. Die Aktivisten äußerten Resignation über die politische Untätigkeit in der Klimafrage und berichteten von psychischen Belastungen aufgrund früherer Protestaktionen. Eine 46-jährige Aktivistin gab an, bereits Schulden in Höhe von rund einer halben Million Euro angehäuft zu haben.

Rechtliche Konsequenzen und zukünftige Perspektiven

Die Richterin stellte fest, dass kein direkter Zusammenhang zwischen der Zaunbeschädigung und der Einstellung des Flugbetriebs bestand, und ließ eine Anklage wegen Störung des öffentlichen Betriebs fallen. Dennoch wird der Sachschaden, der bei fast 4.000 Euro am Zaun und etwa 1.600 Euro an den Straßen liegt, nun zivilrechtlich verfolgt. Die Angeklagten haben bereits Schulden in Millionenhöhe, und zivilrechtliche Verfahren wegen Schadensersatzforderungen laufen noch. Ein weiterer Aktivist wird separat vor einem Jugendgericht verhandelt.

Die Gruppe hat sich mittlerweile aufgelöst, und die Aktivisten gaben an, keine weiteren Aktionen durchführen zu wollen. Die kritische Stimme, die sie in der Klimadebatte vertreten wollten, bleibt jedoch laut und klar. Ein Urteil in einem weiteren Verfahren wird am 6. Mai 2026 erwartet, und die öffentliche Debatte über den Umgang mit der Klimakrise und die Rolle solcher Protestaktionen wird sicher weitergehen.