In Bayern schlägt das Bornavirus erneut zu. So verstarb ein Patient aus Augsburg, während ein 79-Jähriger aus dem Landkreis Regen aktuell intensivmedizinisch behandelt wird. Damit sind in diesem Jahr bereits fünf Fälle in Deutschland registriert worden, vier davon alleinig in Bayern. Dies ist ein besorgniserregender Trend: Laut Merkur ist die Zahl der Fälle in diesem Jahr höher als in den letzten Jahren – 2024 wurden lediglich zwei Fälle gemeldet, im Jahr 2025 fünf und im Jahr 2021 gab es insgesamt acht Erkrankungen.
Das Bornavirus, das erstmals 1813 als Krankheitsursache bei Pferden dokumentiert wurde, macht vor allem jüngere und ältere Menschen anfällig. Die Exposition erfolgt vor allem durch die weit verbreitete Feldspitzmaus, die das Virus über Kot, Urin und Speichel verbreitet. In ländlichen Regionen, wo diese Tiere anzutreffen sind, sollte besondere Vorsicht geboten sein. Wie die Epidemiologin Merle Böhmer erklärt, ist die Übertragung auf den Menschen nicht neu; jedoch wird die Gefährlichkeit dieser Erkrankung häufig unterschätzt.
Ein tödliches Virus
Die Erkrankung kann zu lebensbedrohlichen Gehirnentzündungen (Enzephalitis) führen. Die Symptome sind dabei vielfältig: von Fieber und Kopfschmerzen bis hin zu schweren neurologischen Störungen und im schlimmsten Fall Koma. Letzteres macht die Situation besonders heikel, da eine frühzeitige Diagnose kaum möglich ist, da die Inkubationszeit unbekannt ist.
Die Ursachen für eine Infektion sind unterschiedlich. Laut ADAC kann das Virus über verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder durch den Kontakt mit verunreinigter Erde in den menschlichen Körper gelangen. Da es sich nicht um eine Krankheit handelt, die von Mensch zu Mensch übertragen wird, besteht derzeit keine sofortige Gefahr für die breite Bevölkerung.
Vorsichtsmaßnahmen und Empfehlungen
Um Infektionen zu vermeiden, ist es ratsam, den Kontakt mit Feldspitzmäusen und deren Ausscheidungen zu minimieren. Insbesondere sollten tote Tiere nur mit Einweghandschuhen und Atemschutzmasken behandelt werden. Staubaufwirbelung beim Umgang mit Kadavern sollte indes unbedingt vermieden werden. Es wird empfohlen, tote Tiere in einem verschlossenen Plastikbeutel über den Hausmüll zu entsorgen.
Die aktuellen Fälle, besonders der im Landkreis Regen, zeigen einmal mehr, wie wichtig Aufklärung und Vorsichtsmaßnahmen gegen das Bornavirus sind. Vor allem in ländlichen Gegenden, wo die Feldspitzmaus verbreitet ist, muss ein wachsames Auge auf Hygiene und möglichen Kontakt gelegt werden. In Bayern, wo derzeit vier von fünf Fällen in Deutschland registriert sind, ist dieses Thema besonders brisant.
