In einer herzlichen und emotionalen Feierstunde wurden 14 Mitglieder des Erdinger Stadtrats verabschiedet. Im festlichen Rahmen des Schrannensaals, wo die Wände Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählen, fand dieser würdige Abschied statt. Oberbürgermeister Max Gotz, der die Zeremonie mit viel Leidenschaft organisierte, blickte in seiner Ansprache auf die vergangenen Jahre zurück. „Die letzten sechs Jahre waren ein Abenteuer“, so Gotz, „der Start war holprig, aber fast 99% der Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.“ Ein bemerkenswerter Erfolg, der zeigt, wie gut die Zusammenarbeit im Stadtrat funktionierte.

Unter den scheidenden Mitgliedern ist Ludwig Kirmair, der stolze 24 Jahre im Stadtrat tätig war. Besonders beeindruckend ist Josef Hochholzer, der nach 36 Jahren seinen Abschied nahm. Das sind Jahrzehnte voller Engagement und Hingabe für die Stadt Erding! Gotz nutzte die Gelegenheit, um den verstorbenen Mitgliedern und den vorzeitig ausgeschiedenen Stadträten zu gedenken. Ein Moment, der alle Anwesenden ergreifte und die menschliche Seite der Politik in den Vordergrund rückte.

Ein Blick auf Erfolge und Meilensteine

Die Vielfalt im Stadtrat war in den letzten Jahren bemerkenswert. Zum ersten Mal waren neun Parteien und Gruppierungen vertreten, was zu einer bunten Mischung aus Ideen und Perspektiven führte. Unter den zahlreichen Projekten, die in dieser Zeit verwirklicht wurden, sticht der Bau der Loderer-Halle hervor, ebenso wie das Künstlerhaus am Stahl-Museum und der Umbau des Friedrich-Fischer-Platzes. Diese Initiativen sind nicht nur bauliche Veränderungen, sie sind auch ein Spiegelbild des kreativen Geists, der in Erding herrscht.

Aber nicht alles war nur Arbeit. Bei den verabschiedeten Stadträten schwang auch eine gewisse Wehmut mit. „Ich werde den Teamgeist und die Zusammenarbeit vermissen“, äußerte einer der scheidenden Mitglieder. Harry Seeholzer brachte es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Die Damen aus dem OB-Vorzimmer werde ich besonders vermissen!“ Ein kleiner Scherz, der die herzliche Atmosphäre auflockerte. Es gab auch solche, die sich auf mehr Freizeit und weniger Terminstress freuen – ein verständlicher Wunsch nach all den Jahren im Dienst der Stadt.

Ein Abschied mit gemischten Gefühlen

Die Verabschiedung war ein bittersüßer Moment. Kirmair, der keine Vorstellung davon hatte, auf was er verzichten sollte, was ihm Freude bereitete, stand für viele der Anwesenden. Die Leidenschaft für die Politik, die Verbundenheit mit den Mitstreitern, alles das wird bleiben, auch wenn die offiziellen Termine nun der Vergangenheit angehören. Die Feier endete mit einem Gefühl der Dankbarkeit, aber auch mit einem Hauch von Traurigkeit. So viele Jahre, in denen man gemeinsam für die Stadt gearbeitet hat, können nicht einfach ausgelöscht werden.

Die Stadt Erding wird ohne Zweifel einige Veränderungen durchleben. Die neuen Gesichter im Stadtrat bringen frischen Wind und neue Ideen. Doch die Erfahrungen und die Erinnerungen der scheidenden Mitglieder werden weiterhin in den Hallen des Rathauses spürbar sein. Es ist der Kreislauf der Politik: Man geht, andere kommen – und so bleibt der Fluss des Lebens in Erding in Bewegung.