Heute ist der 3.05.2026 und wir blicken zurück auf das Leben einer außergewöhnlichen Frau, die uns am 29. April nach kurzer, schwerer Krankheit verlassen hat. Elfriede Hochholzer aus Fellbach, im Landkreis Dingolfing-Landau, bleibt in den Herzen vieler Menschen lebendig. Geboren am 12. Januar 1933 in Reisbach, war sie das erste Kind von Andreas und Therese Drexler. Ihre Kindheit war alles andere als einfach; mit nur neun Jahren musste sie ihren Vater verlieren. Ihre Mutter, eine wahre Heldin, zog Elfriede und ihre zwei Brüder, Hermann und Konrad, allein groß. Auf dem elterlichen Hof gab es immer etwas zu tun, und die drei Geschwister lernten früh, was es heißt, zusammenzuhalten.

Die Mädchenschule in Reisbach besuchte Elfriede mit Freude, die Neugier auf die Welt war groß. Mit 19 Jahren wanderte sie in die Haushaltsschule im Kloster Niedernburg in Passau, wo sie nicht nur für die eigene Familie, sondern auch für die Gemeinschaft viel lernte. 1953 heiratete sie Alfons Hochholzer und übernahm mit ihm den elterlichen Hof in Fellbach. Aus dieser Liebe wuchsen drei Kinder heran: Evi, Josef und Alfons. Man kann sich vorstellen, wie lebhaft es im Haushalt zugegangen sein muss!

Der Weg zum Bayern-Park

In den 1980er Jahren reifte eine Idee, die nicht nur das Leben von Elfriede, sondern auch das der Region prägen sollte. Sie und Alfons begannen, Tiergehege auf dem Gelände des Aidinger-Hofs zu errichten. Im Jahr 1985 öffnete der Vilstaler Wildpark seine Tore und wurde schnell zu einem beliebten Ziel für Familien und Tierfreunde. Doch das Schicksal hatte andere Pläne: 1991 erlitt Elfriede einen schweren Herzinfarkt, was den Anfang einer langen Krankheitsgeschichte markierte. Dennoch gab sie nicht auf und blieb bis ins hohe Alter aktiv im Park tätig. Die Besucher nannten sie liebevoll „die gute Seele des Parks“ – und das aus gutem Grund! Ihre Herzlichkeit und ihr Engagement waren unverwechselbar.

Im August 1991 wurde der Wildpark in Bayern-Park umbenannt und erweiterte sich stetig. Elfriede war eine unermüdliche Kraft, die sich um die Tiere und die Gäste kümmerte. Ihr Glauben war ein zentraler Bestandteil ihres Lebens; sie verehrte die Mutter Gottes und widmete ihr die kleine Kirche im Bayern-Park. Über 20 Jahre lang war sie Mesnerin und führte täglich Kirchenführungen durch. Hier, zwischen den Bäumen und den fröhlichen Stimmen der Kinder, fühlte sie sich zu Hause.

Ein erfülltes Leben

Das Leben war für Elfriede nicht immer einfach. 2007 verlor sie ihren geliebten Mann Alfons und 2009 auch ihren Sohn Josef. Trauer und Verlust prägten diese Jahre, doch ihr unerschütterlicher Glaube und die Liebe zu ihren drei Kindern, sieben Enkeln und zehn Urenkeln gaben ihr Kraft. Sie war eine Frau voller Lebensfreude, die auch in schwierigen Zeiten die Hoffnung nicht aufgab. Ihr Garten war für sie ein Rückzugsort – ein Ort, wo sie die Erde noch einmal spüren konnte. Die regelmäßigen Besuche beim Friseur waren für sie nicht nur eine Frage der Pflege, sondern auch eine Möglichkeit, sich mit der Gemeinschaft auszutauschen und Teil des Lebens in Fellbach zu bleiben.

Elfriede engagierte sich in verschiedenen Vereinen, darunter der Mütterverein und der Gartenbauverein. Ihr Herz schlug für die Menschen um sie herum, und sie hinterlässt eine große Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Ihr Lebenswerk im Bayern-Park wird noch lange in Erinnerung bleiben und ist ein Zeichen für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Liebe zur Natur. Wir werden uns immer an die wärmende Präsenz von Elfriede Hochholzer erinnern, die mit einem Lächeln und offenen Armen auf jeden Menschen zuging.