Am 23. April 2026 fand in Landau ein bedeutendes Ereignis statt, das die Herzen von Naturfreunden und Obstliebhabern gleichermaßen höherschlagen ließ. Anlässlich des offiziellen europaweiten Tags der Streuobstwiese pflanzten Vertreter des Amts für Ländliche Entwicklung Niederbayern gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Kohlmayer einen Obstbaum an der Brunnenanlage der Firma Hefele. Die Wahl fiel auf die köstliche „Bürgermeisterbirne“ aus Charneux, ein Zeichen für die wertvolle Bedeutung von Streuobstbäumen in unserer Region.

Der Kreisfachberater Andreas Kinateder betonte die Notwendigkeit, die neu gepflanzten Bäume gut zu pflegen. Schließlich soll das Ziel des bayerischen Streuobstpakts, bis 2035 eine Million neue Streuobstbäume in Bayern zu pflanzen, erreicht werden. Ministerpräsident Markus Söder hat diese Initiative vorangetrieben, um die artenreichen Lebensräume der Streuobstbestände zu erhalten, die maßgeblich zur Biodiversität der bayerischen Natur beitragen.

Die Herausforderungen der Streuobstwiesen

Es ist alarmierend zu wissen, dass in Bayern jährlich rund 100.000 Streuobstbäume verschwinden. Seit den 1960er Jahren haben etwa 70 Prozent der Streuobstflächen verloren. Mit dem Motto „Gutes aus Streuobst“ wird aktiv zur Förderung der regionalen Obstsortenvielfalt aufgerufen. Das Förderprogramm „Streuobst für alle“, das über die Ämter für Ländliche Entwicklung abgewickelt wird, bietet Zuschüsse von bis zu 45 Euro pro Streuobstbaum. Diese Unterstützung ist in der Bevölkerung sehr gefragt: In Niederbayern wurden rund 14.500 Bäume beantragt, davon sind bereits etwa 9.000 gepflanzt worden. Im Landkreis Dingolfing-Landau wurden rund 500 neue Obstbäume gesetzt, was einen erfreulichen Beitrag zur Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft darstellt.

Um die Pflege und Erziehung der Bäume zu fördern, bieten örtliche Gartenbauvereine spezielle Schnittkurse an. Diese Kurse decken verschiedene Pflanzenarten ab, darunter auch Weinreben, und helfen den Bürgern, ein tieferes Verständnis für die Pflege ihrer Streuobstbäume zu entwickeln. Unter der fachkundigen Anleitung von Armin Dost vom Kreisgartenbau wurde auch die Bürgermeisterbirne in die Erde gesetzt, was die Gemeinschaftsinitiative zusätzlich stärkt.

Ein Aufruf zur Unterstützung

Der Bayerische Streuobstpakt zielt darauf ab, die Vielfalt in der bayerischen Natur- und Kulturlandschaft zu erhalten und zu entwickeln. Es ist wichtig, Landwirte, Kommunen, Vereine, Verbände, Privatpersonen und Initiativen zur Unterstützung des Streuobstanbaus zu ermutigen. Die verschiedenen Fördermöglichkeiten, die durch das Landwirtschafts- und Umweltministerium bereitgestellt werden, wie das Förderprogramm „Streuobst für Alle“, Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien, sowie das Vertragsnaturschutzprogramm, sind wertvolle Unterstützungen für alle, die sich für den Erhalt dieser wertvollen Kulturlandschaft einsetzen möchten.

Die Aktion Streuobst hat in den letzten 25 Jahren zahlreiche Akteure im Bereich Streuobst in Bayern unterstützt, einschließlich ehrenamtlicher und professioneller Anbauer, und bietet Anlaufstellen für Fach- und Förderberatung. Es ist an der Zeit, gemeinsam zu handeln und die Streuobstwiesen zu schützen und zu fördern, damit auch zukünftige Generationen die Früchte dieser wertvollen Bäume genießen können.

Für mehr Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten besuchen Sie bitte die offizielle Seite des Bayerischen Streuobstpakts.