Heute ist der 22.05.2026, und in Deggendorf brodelt es. Ein Fall, der die Gemüter bewegt, steht kurz vor dem Gerichtstermin. Alona T. (53) wird beschuldigt, ihren Lebensgefährten Serhii F. († 52) mit Thallium-Sulfat vergiftet zu haben. Mord, so die Anklage, und das nicht ohne Grund. Der Prozess beginnt am 24. März 2026 am Landgericht Deggendorf. Die Staatsanwaltschaft hat die Frau ganz klar im Visier.

Die Umstände sind dramatisch. Serhii F. starb am 29. Januar 2025, und anfangs sah es nach einem natürlichen Tod aus. Ärzte hatten zunächst an eine Erkrankung, das Guillain-Barré-Syndrom, gedacht. Doch die Wahrheit kam ans Licht, als eine Blutprobe nach seinem Tod Thallium nachwies. Ein Gift, das Alona T. im Internet erwarb, nachdem sie sich intensiv mit dessen Wirkung beschäftigt hatte. Ihre Recherchen führten sie nicht nur zu den gefährlichen Chemikalien, sondern sogar zu Ritualen und Voodoo-Puppen. Wer hätte das gedacht?

Die Suche nach Giften

Alona hatte im November 2024 zehn Gramm Thallium für 66,84 Euro in Kiew bestellt und nur wenige Wochen später, am 12. Januar 2025, in Regensburg abgeholt. Ein präziser Plan, der alles andere als harmlos war. Motiviert durch Eifersucht und den Verdacht, Serhii habe eine Affäre mit der Freundin ihres Sohnes, wollte sie ihn anscheinend für seine vermeintlichen Untreue bestrafen. Ein Gedanke, der auf den ersten Blick absurd erscheint – aber in ihrer Welt war es offenbar Realität.

Serhii litt vor seinem Tod an grippeähnlichen Symptomen, sein Zustand verschlechterte sich schnell. Komisch, dass die Ärzte nicht an eine Vergiftung dachten. Der Verdacht auf Gift kam erst nach seinem Tod auf. Die Anklage geht davon aus, dass Alona die Chemikalie heimlich in sein Essen oder Getränk gemischt hat. Ein heimtückischer Plan, der letztlich zum Multiorganversagen des Mannes führte.

Ein Prozess voller Spannung

Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt, und das mit einer beachtlichen Anzahl von 48 Zeugen und fünf Sachverständigen. Die Tochter des Verstorbenen ist als Nebenklägerin beteiligt – das wird emotional werden. Alona T. selbst äußerte sich während ihrer Untersuchungshaft negativ über Serhii und beschuldigte ihn sogar, was die Situation noch komplizierter macht. Wie die psychologischen und emotionalen Aspekte bei einem solchen Fall behandelt werden, bleibt abzuwarten. Der Fall zieht seine Kreise, und die Öffentlichkeit ist gespannt auf die kommenden Verhandlungen.

Der Fall von Alona T. steht nicht nur für einen persönlichen Streit, sondern wirft auch Fragen zur menschlichen Psyche auf. In einem Land wie Deutschland, wo Mord und Totschlag immer wieder Schlagzeilen machen, stellt sich die Frage: Was treibt Menschen zu solch drastischen Taten? In Deggendorf wird man die Antwort darauf bald suchen müssen, während die Menschen gespannt auf die Gerichtssäle schauen.