Ziegenparadies im Vorgarten: Wie Gerhard Blümel Karlsfelds Tierliebhaber begeistert
Inmitten des beschaulichen Wohngebiets von Karlsfeld kann man eine unerwartete Wohngemeinschaft entdecken: Gerhard Blümel und seine drei Ziegenböcke. Kasimir, Nepomuk und Leopold genießen ein Leben, das viele Stadtbewohner nur von der Ferne kennen. Seit über zwei Jahren haben die Ziegen ihren Platz im Vorgarten der Blümels eingenommen, und das auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern. Hier gibt es nicht nur einen traditionellen Ziegenstall mit Satteldach und Holzschindeln, sondern auch einen Kletterfelsen und ein Hexenhäuschen mit einer Wendeltreppe – selbstgebaut, versteht sich! Das ist ein wahres Paradies für die Tiere.
Die Ziegen sind nicht nur ein Blickfang; sie haben sich zum beliebten Anziehungspunkt für Spaziergänger in der Nachbarschaft entwickelt. Viele Menschen bleiben stehen, um die Ziegen zu streicheln und sich an ihrem munteren Treiben zu erfreuen. Blümel hat sich vor der Anschaffung umfassend beim Veterinäramt informiert – keine tierschutzrechtlichen Einwände, alles im grünen Bereich!
Die richtige Ernährung für die Ziegen
Täglich fressen die drei Ziegen zwischen zwei und dreieinhalb Kilogramm Allgäuer Heu, dazu gibt’s Kraftfutter und geschnittene Äpfel. Eine Nachbarin hat sich sogar bereit erklärt, regelmäßig Karotten vorbeizubringen. Das klingt nach einem richtigen Festmahl! Blümel plant sogar, weitere Klettermöglichkeiten im Garten zu schaffen und mit seinen tierischen Freunden Gassi zu gehen. Das muss ein Anblick sein: ein Mann mit drei Ziegen an der Leine.
Doch Ziegenhaltung ist in Deutschland eine Nische. Laut einer Studie gab es 2023 über 160.000 Ziegen in etwa 10.300 Betrieben – das entspricht rund 3% des Gesamtviehbestands. Besonders in Regionen mit größeren Molkereien für Ziegenmilch sieht die Zukunft für ökologische Betriebe vielversprechend aus. In Blümels Fall war die Entscheidung, die Ziegen zu holen, eine kleine Sensation im Wohngebiet. Die Böcke stammen von einem Bauernhof in Niederbayern, wo der Vorbesitzer gerade mal 15 Euro für die damals fünf Monate alten Tiere verlangte – ein echtes Schnäppchen!
Ein Blick auf die Ziegenhaltung insgesamt
Ziegen sind seit über 10.000 Jahren domestiziert. In Deutschland war die Zahl der Ziegen um 1920 noch auf etwa 4,5 Millionen geschätzt, sank dann nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch auf bescheidene 37.000 im Jahr 1977. Seitdem ist sie jedoch kontinuierlich gestiegen. Rund 55.000 Ziegen werden mittlerweile auf Öko-Betrieben gehalten, was zum Teil auf die wachsende Nachfrage nach Ziegenmilch für Babynahrung zurückzuführen ist. Zudem können Ziegen eine wichtige Rolle in der Landschaftspflege übernehmen, gerade auf steilen Flächen. Wer hätte das gedacht?
Die Ziegenhaltung bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Halter müssen sich an tierseuchenrechtliche Bestimmungen halten, den Betrieb registrieren und ihre Tiere mit Ohrmarken kennzeichnen. Eine Mindestanzahl von zwei Tieren ist erforderlich, wobei idealerweise 50 bis 60 Ziegen in einer Herde leben sollten. Blümel hat das Glück, mit seinen drei Ziegen ein kleines Stückchen dieser Welt genießen zu können.
Mit fröhlichem Geschick und einem Herz für Tiere hat Gerhard Blümel seine Ziegen zu einem Teil der Karlsfelder Gemeinschaft gemacht. Die Kombination aus urbaner Lebensweise und ländlichem Flair ist nicht nur erfrischend, sondern zeigt auch, wie Vielfalt zwischen Mensch und Tier gelingen kann. Wer weiß, vielleicht inspiriert diese Geschichte andere dazu, ebenfalls ein Stück Natur in ihr Leben zu bringen. Und das ganz ohne großen Aufwand – einfach mal Ziegen halten!


