In Dachau gibt es eine berührende Geschichte, die zeigt, wie stark der Wille eines Menschen sein kann, auch wenn das Schicksal es nicht gut meint. Lena Bartmann, erst 23 Jahre alt, kämpft gegen die Herausforderungen ihrer Erkrankung, Dysautonomie, einer Störung des autonomen Nervensystems. Diese Erkrankung hat ihr Leben massiv eingeschränkt: Sie wird regelmäßig ohnmächtig und kann ihr Zuhause nur im Rollstuhl verlassen. Höchstens einmal pro Woche wagt sie es, für kurze Zeit nach draußen zu gehen.

Schon im zarten Alter von 14 Jahren begann ihre gesundheitliche Odyssee, ausgelöst durch einen Infekt, der ihr Leben für immer veränderte. Neben der Dysautonomie leidet Lena auch an verschiedenen Gefäßkompressionssyndromen, die ihre Situation weiter komplizieren. Vor einem halben Jahr wurde sie operiert, um ihre Gefäße zu korrigieren, doch die Hoffnung auf Besserung bleibt. Die spezifische Form der Dysautonomie, an der sie leidet, ist das Posturale Orthostatische Tachykardiesyndrom (POTS). In Deutschland und Europa wird diese Erkrankung als zu wenig behandelt angesehen, was Lenas Situation nicht leichter macht.

Ein Hoffnungsschimmer in den USA

Doch Lena gibt nicht auf und plant eine spezialisierte Rehabilitation in Michigan, USA, die auf Neuroplastizität abzielt. Diese Therapie könnte ihr möglicherweise neue Hoffnung geben und ihr helfen, die Kontrolle über ihren Körper zurückzugewinnen. Allerdings ist der finanzielle Aspekt eine große Hürde: Die Kosten für die Reise und die Reha belaufen sich auf etwa 10.000 bis 15.000 Euro, die sie selbst aufbringen muss. Aufgrund ihrer Erkrankung hat sie kaum arbeiten können und ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Deshalb hat sie einen Spendenaufruf gestartet, um die dringend benötigten Mittel zu sammeln.

Die Reise zur Reha ist für August 2026 geplant. Ein Lichtblick, auf den Lena und ihre Unterstützer mit Zuversicht blicken. Doch sie ist nicht allein mit ihrer Erkrankung. In den letzten Jahren haben viele Menschen, insbesondere Frauen, die Erfahrung gemacht, dass Dysautonomie auch als Folge von Long COVID auftreten kann. Diese Syndromzustände zeigen sich oft auch Monate nach einer COVID-Infektion oder Impfung und betreffen etwa 10% bis 30% der Betroffenen. Ein Zusammenhang zwischen Dysautonomie und Long COVID wird von Forschern aktiv untersucht, da die Symptome oft mehrere Körpersysteme betreffen und Elemente der Dysautonomie enthalten.

Ein gemeinsamer Kampf

Die Symptome von POTS, wie Herzklopfen, Müdigkeit und orthostatische Symptome, können sowohl während als auch nach einer COVID-Infektion auftreten. Bei schätzungsweise 30% der stark symptomatischen Long-COVID-Patienten wird POTS diagnostiziert. Die Forschung zu diesen Erkrankungen ist noch im Gange, und viele Betroffene suchen nach Behandlungsmöglichkeiten, die von Medikamenten über spezielle Übungen bis hin zu Kompressionsstrümpfen reichen. Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass die Ermutigung zu Bewegung bei Long-COVID-Patienten keinen Schaden anrichtet und sogar hilfreich sein kann.

Lenas Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich nicht entmutigen zu lassen und für die eigene Gesundheit zu kämpfen. Ihre Entschlossenheit, die Herausforderungen zu meistern, inspiriert viele Menschen in ähnlichen Situationen. Der Weg zur Genesung ist oft steinig, aber mit Unterstützung und Hoffnung kann er gegangen werden.