Die Mietpreise in Dachau und Karlsfeld entwickeln sich rasant und sorgen für Gesprächsstoff in der Region. Der neue qualifizierte Mietspiegel, der am 1. Mai 2026 in Kraft tritt, bringt einige Veränderungen mit sich. So verzeichnet die durchschnittliche Kaltmiete in Dachau einen Anstieg von 7% auf nunmehr 13 Euro pro Quadratmeter innerhalb der letzten zwei Jahre. In Karlsfeld sieht es noch dramatischer aus: Hier stiegen die Preise um 11% auf 14,59 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich sei erwähnt, dass die Mieten in den benachbarten Städten Fürstenfeldbruck und München im gleichen Zeitraum lediglich um rund 4% zulegten.

Der Mietspiegel, der vom ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung erstellt wurde, ist das Resultat einer umfassenden Umfrage, bei der 4000 zufällig ausgewählte Mieterhaushalte und Vermieter angeschrieben wurden. Knapp 3000 davon waren in Dachau ansässig. Die Teilnahme an dieser Umfrage war verpflichtend, und bei einer Weigerung drohte ein Bußgeld. Glücklicherweise lieferten etwa 75% der Befragten verwertbare Angaben, die nun als objektive Richtschnur für ortsübliche Mieten und angemessene Erhöhungen dienen.

Ein verlässliches Instrument für alle

Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) bezeichnet den Mietspiegel als verlässliches Instrument zur Streitreduzierung zwischen Mietern und Vermietern. Sowohl der Mieterverein Dachau als auch Haus & Grund Stadt und Landkreis Dachau wurden in den Arbeitskreis Mietspiegel einbezogen, und die Vorsitzenden beider Vereine haben dem neuen Mietspiegel für 2026 zugestimmt. Auch der Stadtrat von Dachau hat seine Zustimmung gegeben, was die Akzeptanz des Mietspiegels weiter untermauert.

Die Kosten für die Fortschreibung des Mietspiegels belaufen sich auf rund 37.000 Euro, wobei 26.000 Euro von der Stadt Dachau und 11.000 Euro von Karlsfeld getragen werden. Dieser neue Mietspiegel wird ab dem 1. Mai online einsehbar sein; in Karlsfeld ist er bereits verfügbar.

Ein Blick in die Vergangenheit und Zukunft

Es ist interessant zu sehen, dass der Dachauer Mietspiegel bereits 1997 eingeführt wurde und für 2024 fortgeschrieben wurde. Die Fortschreibung wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Karlsfeld und der Stadt Dachau beauftragt. Der qualifizierte Mietspiegel, der am 01.04.2024 in Kraft trat, hat eine Vermutungswirkung, die die ortsübliche Vergleichsmiete korrekt widerspiegelt. Bei Mieterhöhungsverlangen hat dieser Mietspiegel einen höheren Stellenwert als einfache Mietspiegel und Sachverständigengutachten.

Die durchschnittliche Nettobasismiete in Dachau stieg von 11,66 €/qm im Jahr 2022 auf 12,15 €/qm im Jahr 2024. In Karlsfeld erhöhte sich die durchschnittliche Nettobasismiete von 12,62 €/qm (2022) auf 13,15 €/qm (2024). Es ist wichtig zu beachten, dass der Mietspiegel ausschließlich im Stadtgebiet Dachau gilt und nicht auf andere Gemeinden übertragbar ist. Bei Konflikten wird empfohlen, professionelle Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen.

In einer Zeit steigender Mietpreise ist der Mietspiegel ein wichtiges Instrument für Mieter und Vermieter, um Transparenz und Fairness in den Mietverhältnissen zu gewährleisten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Mietpreise in den kommenden Jahren weiterentwickeln werden.