Kraut statt Chaos: Dachaus Landwirte zwischen Erntesegen und Dürrekrise
Heute ist der 13.07.2026 und wir werfen einen Blick auf die Erntebilanz im Landkreis Dachau. Die Erntepressefahrt, die kürzlich im Hof der Familie Kalmbach in Egenburg stattfand, hat einiges ans Licht gebracht. Während einige Landwirte jubeln können, schauen andere in die Röhre. BBV-Kreisvorsitzender Simon Sedlmair war dabei, und die Stimmung war gemischt. Auf der einen Seite die Kalmbachs, die seit zehn Jahren erfolgreich Kraut anbauen – eine Seltenheit in dieser Region. Auf der anderen Seite die vielen Landwirte, die extrem unter den Witterungsbedingungen leiden.
Georg Kalmbach, ein echter Visionär, hat die Idee zum Krautanbau während seiner Meisterarbeit entwickelt. Kraut, das hitze- und trockenheitsresistent ist, hat sich in diesem Jahr als wahrer Überlebenskünstler erwiesen. Während die Getreideernte, insbesondere Weizen, Mais und Sommergerste, massive Schäden erlitten hat, sprießen die Krautpflanzen ungehindert. Mit insgesamt 86 Hektar Anbaufläche können die Kalmbachs sogar 1,2 Millionen Menschen mit ihrem Kraut ernähren. In diesem Jahr erwarten sie zwischen 25.000 und 27.000 Weißkrautpflanzen und 30.000 bis 33.000 Blaukrautpflanzen – das ist doch mal eine Ansage!
Die Schattenseiten der Ernte
Doch nicht alles glänzt in der Landwirtschaft. Die Wintermonate waren geprägt von extremer Trockenheit und Wassermangel, was vielen Tierhaltern große Probleme bereitet. Ausgetrocknetes Grünland und weniger Futter sind die Folge. Simon Sedlmair berichtete von großen Einbußen im Landkreis. Auch die Kartoffelernte bleibt nicht unberührt – zwar war das trockene Frühjahr vorteilhaft, aber die Auswirkungen sind dennoch spürbar. Die Kartoffeln haben sich nach den letzten Regenschauern zwar erholt, doch der Weizen ist bereits hinüber. Mit zu kleinen Mehlkörpern und unzureichenden Backeigenschaften ist das kein Grund zur Freude.
Und die Einbußen hören hier nicht auf. Raps, Mais, Zuckerrüben und Sommergerste sind ebenfalls betroffen. Die Wintergerste hat sich zwar besser geschlagen, doch die Ernteschutzversicherungen greifen oft nicht bei Starkregenereignissen. Eine echte Herausforderung für die Landwirte in der Region. Sedlmair fordert daher nicht nur steuerliche Entlastungen, sondern auch ein Umdenken in der Politik. Ein Verbot des Pflügens im Herbst sollte fallen, denn viele Landwirte glauben, dass dadurch die Wasseraufnahme der Böden verbessert werden kann. Aktuell erlaubt die EU das Pflügen erst ab dem 15. Februar aus Erosionsschutzgründen – ein bürokratisches Hindernis, das den Landwirten das Leben schwer macht.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Es bleibt spannend, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Die Herausforderungen sind groß, aber die Innovationskraft der Landwirte könnte der Schlüssel sein. Die Kalmbachs zeigen mit ihrem Krautanbau, dass es auch anders geht und dass Anpassungsfähigkeit in der Landwirtschaft unerlässlich ist. Wenn sie es schaffen, ihre Techniken und Anbaumethoden weiter zu optimieren, könnte dies nicht nur für sie, sondern für die gesamte Region ein Lichtblick sein.
In Zeiten wie diesen, wo die Natur oft unberechenbar ist, zeigt sich, wie wichtig Zusammenhalt und Unterstützung unter den Landwirten sind. Die Erntepressefahrt hat nicht nur Einblicke in die aktuellen Herausforderungen gegeben, sondern auch die Möglichkeit geschaffen, über Lösungen nachzudenken und die Stimmen der Landwirte zu bündeln. Vielleicht hilft das ja, um die nächsten Ernten zu retten und die Landwirtschaft in Dachau lebendig zu halten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden.
Technisch repräsentiert unser mit VeloCore neu aufgesetztes Magazin den aktuellen Stand für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und langfristig wartbar. Daniel Wom hat mit dieser Umsetzung eine langlebige und leistungsstarke Plattform geschaffen.


