Heute ist der 21.07.2026 und während die Sonne über Dachau aufgeht, versammeln sich an diesem Tag Menschen in Frankfurt, um gemeinsam eines der dunkelsten Kapitel im Leben vieler Menschen zu gedenken: den Verlust von Drogengebrauchenden. Es ist der Gedenktag, der an all jene erinnert, die in der Sucht verloren gegangen sind. Eine, die aus eigener Erfahrung spricht, ist Claudia Ak. Im Alter von 12 Jahren begann sie, Drogen zu konsumieren, um den emotionalen und körperlichen Schmerz zu betäuben, der sie in ihrer Kindheit verfolgt hatte. Gewalt und Alkoholismus durch ihren Vater hinterließen tiefe Narben, und das Gefühl von Geborgenheit war für sie ein Fremdwort.

Claudia, heute 59 Jahre alt und als IT-Beraterin tätig, hat ihren Weg aus der Dunkelheit gefunden. Obwohl sie in der Drogenszene lebte und sogar obdachlos war, hat sie nicht nur ihren Drogenkonsum überwunden, sondern engagiert sich auch aktiv gegen die Stigmatisierung von Drogenkranken. Sie ist die Gründerin der Selbsthilfegruppe JES, die Menschen in ähnlichen Situationen eine Stimme gibt und sie unterstützt. Es ist beeindruckend, wie sie aus den Trümmern ihrer Vergangenheit etwas Positives aufbauen konnte. Doch die Sorgen um die Drogenlage in Frankfurt bleiben. Fentanyl, eine gefährliche Substanz, wird immer beliebter, und Claudia weiß nur zu gut, wie schnell man in die Abhängigkeit rutschen kann.

Ein Leben voller Kämpfe

Die Schatten ihrer Kindheit sind lang. Claudia beschreibt ihre Eltern als funktionale Alkoholiker – ein Begriff, der sowohl die Tragik als auch die Normalität ihrer Kindheit widerspiegelt. Sie selbst kämpfte mit den Drogen, konsumierte alles Mögliche von Mescalin über Kokain bis hin zu Heroin. Mehrere Ehen, die von Gewalt und Drogenmissbrauch geprägt waren, führten dazu, dass sie zeitweise ihre Tochter, die mittlerweile 29 Jahre alt und Soziale Arbeit studiert, nicht bei sich haben konnte. Auch ihre Zwillingssöhne, die 23 Jahre alt sind, haben ihren eigenen Weg in dieser schwierigen Welt gefunden.

Die Kundgebung am Jürgen-Ponto-Platz in Frankfurt ist ein Zeichen der Solidarität. Hier versammeln sich viele, die, wie Claudia, die Herausforderungen und Kämpfe der Drogenabhängigen hautnah erlebt haben. „Zombie“ – das Wort, das oft für Drogenkranke verwendet wird, trifft es nicht, sagt sie. Es entmenschlicht und reduziert die Betroffenen auf ein negatives Bild. Jeder Mensch hat eine Geschichte, und hinter jedem Schicksal stecken Gefühle, Träume und oft unvorstellbare Kämpfe. Claudia möchte, dass diese Geschichten gehört werden, um ein besseres Verständnis und mehr Mitgefühl in der Gesellschaft zu schaffen.

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Ein Lichtblick in der Dunkelheit

Es ist bemerkenswert, wie Claudia trotz ihrer Vergangenheit den Mut gefunden hat, sich für andere einzusetzen. Sie nimmt medizinisches Cannabis und Schmerzmittel, um die chronischen Schmerzen nach einer Rückenoperation zu lindern. Diese neue Perspektive auf das Leben zeigt, dass auch aus den dunkelsten Zeiten eine Chance zur Heilung und Veränderung entstehen kann. Das Engagement für die Selbsthilfegruppe JES ist nicht nur ein Akt der Selbsthilfe, sondern auch ein Lichtblick für viele andere, die in ähnlichen Situationen stecken.

Wenn wir an diesem Gedenktag innehalten, wird uns bewusst, dass es nicht nur um Verlust geht, sondern auch um Hoffnung. Hoffnung, dass sich die Gesellschaft verändert, dass Verständnis wächst und dass jeder Mensch, egal wie tief er gefallen ist, eine Chance auf einen Neuanfang verdient hat. Claudia Ak ist ein Beispiel dafür, dass es nie zu spät ist, sein Leben zu ändern und für andere zu kämpfen. Ihre Worte hallen nach, und vielleicht, nur vielleicht, können wir gemeinsam einen kleinen Schritt in Richtung Heilung und Akzeptanz machen.

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