Ein Leben für Dachau: Peter Bürgel und sein bleibendes Erbe
Peter Bürgel, der ehemalige Oberbürgermeister von Dachau, ist am Mittwoch im Alter von 73 Jahren nach längerer Krankheit verstorben. Ein Verlust, der in der Stadt Spuren hinterlassen wird. Von 2002 bis 2014 stand er an der Spitze der Stadtverwaltung und war zuvor ein aktives Mitglied des Stadtrats, wo er von 1990 bis 2002 wirkte. In dieser Zeit war er auch Fraktionsvorsitzender der CSU. Bürgel war ein Mann der Tat, der sich mit Herz und Engagement für seine Mitbürger einsetzte.
Seine politische Karriere begann 2002, als er die Kommunalwahl gegen den Amtsinhaber Kurt Piller gewann – allerdings musste diese Wahl aufgrund von Manipulationen annulliert werden. Bei der Wiederholung am 16. Februar 2003 konnte Bürgel dann jedoch mit 1221 Stimmen Vorsprung den Sieg für sich verbuchen. In der darauffolgenden Zeit bewies er, dass er ein gefragter Politiker war, als er 2008 mit 59,07 Prozent der Stimmen erneut gewählt wurde. Doch 2014 musste er sich in der Stichwahl gegen Florian Hartmann (SPD) geschlagen geben, wo er 46,3 Prozent der Stimmen erhielt.
Ein Erbe des Engagements
Weggefährten und Kollegen beschreiben Bürgel als respektvollen und engagierten Kommunalpolitiker. Unter seiner Amtszeit wurden zahlreiche Projekte realisiert, die Dachau nachhaltig prägten: mehrere Kitas, neue Spielplätze und geförderte Mietwohnungen entstanden, ebenso wie die vierte Grundschule in Augustenfeld. Bürgel legte großen Wert auf die Förderung von Kunst und Kultur. So initiierte er Wohnstipendien für Künstler und knüpfte kulturelle Partnerschaften mit Städten in den Niederlanden und Belgien.
Besonders wichtig war Bürgel die Erinnerungs- und Gedenkkultur in Bezug auf das Konzentrationslager Dachau. Der Dachau-Preis für Zivilcourage wurde während seiner Amtszeit eingeführt, und die erste Verlegung von Stolpersteinen wurde unter seiner Ägide realisiert. Zudem engagierte er sich für die Partnerschaft mit der israelischen Stadt Rechovot – eine Verbindung, die auch den Austausch zwischen Kliniken fördern sollte. Sein Einsatz für die Erinnerungsarbeit führte ihn 2009 sogar nach Oradour-sur-Glane, wo er an die tragischen Ereignisse des SS-Massakers erinnerte.
Ein Mensch mit Herz und Verstand
Bürgel war nicht nur ein Politiker, sondern auch ein Mensch, der durch seine liebenswerte Art viele Freundschaften pflegte. Nach seiner Amtszeit kehrte er als Rechtsanwalt in seine 1983 gegründete Kanzlei zurück, wo er sich vor allem auf Miet- und Baurecht spezialisierte. Für seine Verdienste erhielt er 2015 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland – eine Auszeichnung, die seine unermüdlichen Anstrengungen um das Wohl der Bürger würdigte.
Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der politischen Landschaft Dachaus. Die Erinnerungen an seine Zeit als Oberbürgermeister werden stets lebendig bleiben – sei es durch die Infrastruktur, die er mitgestaltet hat, oder die Werte, für die er einstand. Seine Vision für eine bessere Stadt wird noch lange nachhallen.
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