Heute ist der 8.05.2026 und während die Sonne über Coburg aufgeht, breitet sich ein Schatten über die Dax-Unternehmen Deutschlands aus. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Dax-Unternehmen sinkt das zweite Jahr in Folge und das ist alles andere als ein erfreuliches Signal. Stieg der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten von 7 auf über 40 Prozent über 15 Jahre hinweg, so zeigt sich jetzt ein Rückgang auf 38,3 Prozent bei den Aktionärsvertretern. Ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte ist zwar nicht die Welt, aber es fühlt sich irgendwie falsch an, wenn man an den Fortschritt denkt, den wir in den letzten Jahren gesehen haben.

Besonders alarmierend ist der Anteil neu gewählter weiblicher Vertreter, der mit 32 Prozent den tiefsten Wert im letzten Jahrzehnt erreicht hat. Damit scheint das Ziel der Gleichberechtigung in weiter Ferne zu rücken. Jens-Thomas Pietralla von Russell Reynolds äußert, dass es keinen Fortschritt in Richtung Parität gibt. Und das ist nicht nur eine leere Floskel – die Besetzung zentraler Machtpositionen hinkt einfach hinterher, was auf die vergangene Ungleichheit hinweist. Bevorzugungen von Kandidaten mit Erfahrung als Vorstandsvorsitzende machen es für Frauen schwer, Fuß zu fassen, denn der Pool an weiblichen Kandidaten mit entsprechender Erfahrung ist leider kleiner.

Stagnation oder Rückschritt?

Der aktuelle Frauenanteil in den DAX 40 Aufsichtsräten liegt gemäß der Allbright Stiftung bei 39,6 Prozent, was seit dem letzten Jahr stagnierend ist. Auch die Vorstände zeigen ein ähnliches Bild: Mit gerade einmal 25,3 Prozent Frauenanteil und 64 Vorständinnen insgesamt, bleibt der Fortschritt auf der Strecke. Vier DAX 40 Unternehmen haben sogar eine Frau als CEO, während zwei Unternehmen keine Frau im Vorstand haben. Das ist irgendwie frustrierend, wenn man bedenkt, wie viele talentierte Frauen es gibt.

Ein weiteres interessantes Detail: Frauen bleiben tendenziell kürzer in den Gremien. Während Männer im Durchschnitt 9,5 Jahre in ihren Positionen verweilen, sind es bei Frauen nur 5,4 Jahre. Das wirft Fragen auf – warum verlassen Frauen die Gremien eher? Liegt es an der Atmosphäre oder an der fehlenden Unterstützung? Die Antworten darauf sind oft schwer zu finden, aber die Diskussion darüber ist wichtiger denn je.

Ein Lichtblick in der Dunkelheit

<pTrotz all der Rückschläge gibt es auch positive Entwicklungen zu vermelden. Fünf Gremien werden mittlerweile von Frauen geleitet. Das ist ein kleiner, aber dennoch bedeutender Fortschritt. Und die geplante Ablösung von René Obermann durch Amparo Moraleda bei Airbus im Oktober 2026 könnte den Frauenanteil auf 15 Prozent erhöhen. Das klingt nach einer kleinen, aber feinen Möglichkeit, die Zahlen wieder in eine positive Richtung zu lenken.

Die Vielfalt in Führungspositionen ist ein Thema, das nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen EU immer mehr ins Rampenlicht rückt. Der Frauenanteil in Führungspositionen in Deutschland wird regelmäßig von verschiedenen Organisationen, wie dem DIW oder der KfW, erfasst und veröffentlicht. Das zeigt, dass es ein großes Interesse an diesem Thema gibt und die Gesellschaft nicht aufhört, darüber zu reden. Und das ist gut so!

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird. Eines ist sicher: Die Diskussion um Gleichberechtigung und Vielfalt in den Führungspositionen wird uns noch lange begleiten. Irgendwie fühlt es sich an wie ein Marathon – wir sind noch nicht am Ziel, aber die Strecke ist spannend!