Im malerischen Berchtesgadener Land wurde nicht nur der erste Schnee des Winters erwartet, sondern auch ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert! Die LBV-Kreisgruppe, ein ganz wichtiger Akteur im Naturschutz, blickt auf stolze 45 Jahre zurück. Bei der Jahreshauptversammlung im Kurgastzentrum Bad Reichenhall waren viele Unterstützer und Ehrengäste anwesend. Vorsitzender Toni Wegscheider ließ es sich nicht nehmen, den LBV-Landesvorsitzenden Dr. Norbert Schäffer sowie die ehemaligen Vorsitzenden Dr. Karl-Hermann Gugg und Peter Friedrich herzlich zu begrüßen.

Dr. Schäffer hat die Kreisgruppe in den höchsten Tönen gelobt und sie als „kerngesund“ bezeichnet – ein großer Erfolg für alle, die sich seit 1981 für den Naturschutz engagieren. Es war spannend zu hören, wie sich die Gruppe von ihren Anfängen bis heute entwickelt hat. Die ersten Schritte? Wiesenbrüter-Kartierungen im Haarmoos, die bereits 1988 ihren Anfang fanden, und die Haus- und Straßensammlungen, bei denen Schüler von Tür zu Tür gingen, um für den Naturschutz zu werben. Ein tolles Beispiel für Engagement und Gemeinschaftsgeist!

Ein Lebensraum in Gefahr

Aber was macht das Haarmoos so besonders? Mit seinen offenen, großflächigen und zusammenhängenden Feuchtwiesen ist es das bedeutendste Wiesenbrütergebiet Südostbayerns. Es erstreckt sich über etwa 400 Hektar, die, wie so viele Naturlandschaften, leider gefährdet sind. Die Entstehung des Gebiets reicht bis vor 10.000 Jahren zurück – nach dem Ende der letzten Eiszeit war es zunächst von einem flachen See bedeckt, der schließlich durch Verlandung zum Niedermoor wurde. Ein wahres Wunderwerk der Natur!

In den letzten Jahren hat sich hier einiges getan. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat bereits rund 50 Hektar Naturschutzflächen erworben und sich für den Erhalt der Artenvielfalt stark gemacht. Zu den im Haarmoos vorkommenden Wiesenbrütern zählen der Große Brachvogel, Kiebitz, Bekassine und Braunkehlchen – einige von ihnen stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Die Feuchtwiesen bieten einen idealen Lebensraum für die Aufzucht der Jungen, vor allem jetzt, wo die ersten Rückkehrer aus ihren Winterrevieren erwartet werden. Die Brutsaison beginnt am 1. März 2026, und die Vorfreude wächst!

Ein Aufruf zum respektvollen Miteinander

Besucher des Haarmoos werden gebeten, die Wege nicht zu verlassen und ihre Hunde anzuleinen. Ein respektvoller Umgang mit dieser sensiblen Natur ist unerlässlich, um die Brutgebiete der Vögel nicht zu stören. Von 20. März bis 15. Juni ist der Zutritt zu den Wiesenbrüterflächen untersagt. Hier gilt es, die Natur sprechen zu lassen und ihr die Zeit zu geben, die sie braucht.

Ein Highlight für Naturfreunde wird die Abend-Exkursion am 12. Juni 2026 ab 18:00 Uhr sein. Wer sich für die heimische Tier- und Pflanzenwelt begeistert, sollte sich diesen Termin rot im Kalender anstreichen!

Das Haarmoos ist nicht nur ein Lebensraum für seltene Vogelarten, sondern auch ein Ort, an dem sich viele bedrohte Pflanzenarten wie Knabenkraut und Sonnentau finden lassen. Durch nachhaltige Bewirtschaftung und den Verzicht auf Dünger und Pestizide wird hier ein kleiner Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität geleistet. Im Einklang mit der Natur, das ist das Ziel.

So schließt sich der Kreis: 45 Jahre LBV-Kreisgruppe Berchtesgadener Land, ein Grund zum Feiern, aber auch ein Appell an uns alle, die Augen für die Schönheit und Fragilität unserer Natur zu öffnen und sie zu schützen. Denn nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass auch zukünftige Generationen die Wiesenbrüter und ihre Lebensräume erleben können.