Der Almbauernjahrtag in Weißbach an der Alpenstraße war ein Ort der Zusammenkunft, an dem die Almbauernschaft Berchtesgaden wieder einmal ihre Stärke und ihren Zusammenhalt demonstrierte. Inmitten von Herausforderungen, die die Almwirtschaft plagen, war der Optimismus der Teilnehmer spürbar. Die vergangene Almsaison hatte ihre Tücken – Trockenheit und Virusinfektionen setzten den Bauern und ihren Tieren zu. Dennoch, trotz dieser Sorgen, hielt die Gemeinschaft zusammen und feierte ihre Tradition.

Der Festtag begann traditionell mit einem Dankgottesdienst, der von Pfarrer Thomas Weinzierl zelebriert wurde. Die Musikkapelle Weißbach sorgte für die musikalische Untermalung und gab dem Gottesdienst eine feierliche Note. Bürgermeister Wolfgang Simon ließ es sich nicht nehmen, bereits in der Kirche ein Grußwort zu sprechen. „Die Almwirtschaft ist ein wichtiger Teil unserer Kultur und Identität hier im Berchtesgadener Land“, betonte er und gab den Anwesenden ein Gefühl von Gemeinschaft und Zielstrebigkeit.

Wasserknappheit und Wolfproblematik

Die Situation auf den Almen ist jedoch nicht rosig. Bei der jährlichen Hauptalmbegehung oberhalb von Lenggries berichteten Bergbauern von zunehmenden Problemen durch die anhaltende Trockenheit. Diese Dürreperioden machen es immer schwieriger, die Wasserversorgung für Mensch und Tier sicherzustellen. „Wir müssen Wasser in Tanks auf die Almen transportieren“, erzählte ein Bergbauer und offenbarte damit die Dringlichkeit der Lage. Ein anderer Kollege, Kaspar Gilgenreiner, der normalerweise 45 Rinder über eine einzige Quelle versorgt, sah sich plötzlich mit einem dramatischen Rückgang des Wassers konfrontiert. „Die Reserven werden knapp“, meinte er, und das kann niemanden hier kalt lassen.

Ein weiteres Thema, das die Almbauern beschäftigt, ist der Wolf. Die Rückkehr dieser Raubtiere wird als bedrohlich wahrgenommen, vor allem in Gebieten, die nicht ausreichend durch Zäune oder Herdenschutzhunde geschützt werden können. „Wir brauchen praktikable Lösungen“, forderte eine Almbäuerin und verwies auf die Sorgen vieler ihrer Kollegen. Jagdminister Hubert Aiwanger gab in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass Wölfe in problematischen Gebieten, wo sie eine Gefahr für Menschen oder Weidetiere darstellen, auch geschossen werden können. Die Unsicherheit bleibt, und die Almbauern hoffen auf Unterstützung.

Die Zukunft der Almwirtschaft

Die Herausforderungen der Almwirtschaft stehen nicht nur im Fokus der Bauern selbst, sondern auch bei politischen Entscheidungsträgern. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber haben sich für stärkere Anpassungen an die Trockenheit ausgesprochen. Kaniber bezeichnete die klimatischen Veränderungen als langfristiges Phänomen und forderte Strategien zum Umgang mit dem Wasserhaushalt. Das Ziel ist klar: Die Stärkung des Landschaftswasserhaushalts, um Wasser in der Landschaft und in den Böden zurückzuhalten, ist eine zentrale Maßnahme zur Klimaanpassung. Es geht darum, Hochwasserrisiken zu mindern und Wasservorräte für Trockenphasen zu sichern.

Die Almbauernschaft ist gefordert, in diesen bewegten Zeiten einen Weg zu finden, um ihre Traditionen und ihre Lebensweise zu bewahren. Es braucht Zusammenarbeit und innovative Lösungen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Denn eines ist sicher: Die Leidenschaft für die Almwirtschaft und die Verbundenheit zur Heimat werden auch in schweren Zeiten nicht erlöschen.