Heute ist der 27.06.2026 und in Bamberg gibt es ein ganz besonderes Thema, das nicht nur Naturliebhaber aufhorchen lässt, sondern auch den Artenschutz in den Fokus rückt. Am Flugplatz Breitenau, wo manch einer vielleicht nur an startende Flugzeuge denkt, hat sich ein kleines, grünes Wunder angesiedelt: die Kreuzkröte. Diese Amphibienart ist nicht nur ein Hingucker, sie spielt auch eine entscheidende Rolle in unserem Ökosystem.

Die Kreuzkröte liebt warme, offene Flächen mit lockerem, sandigem Boden. Diese speziellen Voraussetzungen sind für ihre Fortpflanzung unabdingbar. Flache Kleingewässer, die im Laufe des Jahres austrocknen, bieten den Kaulquappen einen geschützten Raum, fern von hungrigen Fressfeinden wie Fischen. Doch in den letzten Jahren wurde es eng für die Kreuzkröte. Die Gewässer auf dem Flugplatz trockneten zu früh aus und die Fortpflanzung wurde stark beeinträchtigt. Die Lösung? Eine umfassende Rettungsaktion!

Rettungsaktion für die Kreuzkröte

Vor etwa vier Wochen wurde Hand angelegt: Die Senken auf dem Flugplatz wurden bis zur Tonschicht vertieft, um die Wassermenge zu erhöhen. Diese Maßnahme war dringend nötig, denn nach den Winterniederschlägen waren die Tümpel gut gefüllt und von zahlreichen Kaulquappen bevölkert. Vor den Arbeiten wurden diese Kaulquappen sicher in ein tieferes Gewässer umgesetzt, um ihre Entwicklung zu sichern. Und siehe da, nach frischen Regenfällen legten mehrere Kreuzkröten Eier in die neu entstandenen Wasserflächen. Ein wahres Frühlingswunder!

Doch das war noch nicht alles – aufgrund eines niedrigen Wasserstands wurde entschieden, den gesamten Laich in eine einzige Senke umzusetzen. Hier kam die Abteilung Grünanlagen von Bamberg Service ins Spiel. Kurzfristig wurde zusätzliches Wasser geliefert, um die Kaulquappen zu retten. Das war wirklich in letzter Minute, denn die verbliebene Wassermenge drohte zu verdunsten. Bürgermeister Jonas Glüsenkamp hat die Bedeutung des Flugplatzareals für den Artenschutz hervorgehoben – und das ist nicht unbegründet. Es geht schließlich nicht nur um die Kreuzkröte, sondern auch um andere Arten, die von diesem Lebensraum profitieren.

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Ein Blick auf die Kreuzkröte

Die Kreuzkröte ist ein echter Überlebenskünstler. Offene Lebensräume sind ihr Ding, und sie schätzt trockene, oft sandige Böden. Ihre Larvalgewässer sind flach und erwärmen sich schnell – manchmal bis zu 40°C. Ein wahres Paradies für die kleinen Kröten, die in diesen Gewässern ohne pflanzlichen Bewuchs aufwachsen. Wenn man bedenkt, dass naturnahe Fließgewässer in Deutschland fast vollständig verschwunden sind, ist es kein Wunder, dass die Kreuzkröte in künstlich geschaffene Lebensräume ausweicht. Sand-, Kies- und Tongruben oder sogar militärische Übungsplätze bieten ihr ein Zuhause.

Der Frühling ist die Zeit des Wandels für die Kreuzkröte. Ab Anfang April verlassen sie ihre frostfreien Winterquartiere und suchen die Laichgewässer auf. Dabei sind die Männchen besonders aktiv und erzeugen schnarrende Rufe, die bis zu einem Kilometer weit zu hören sind. Die Laichperiode zieht sich bis in den August hinein, wobei Weibchen ein- oder sogar zweimal laichen können. Die Larvenentwicklung ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn hohe Verluste während dieser Phase sind nicht selten. Doch die Kreuzkröte ist mobil – sie kann Distanzen von bis zu 5 km zurücklegen und bleibt dabei oft in der Nähe ihrer Gewässer. Manchmal denkt man, sie sind einfach nur flink unterwegs, dabei haben sie ein ganzes Leben voller Abenteuer vor sich.

Das Engagement für den Artenschutz am Flugplatz Breitenau ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, unsere heimischen Arten zu schützen. Die Kreuzkröte mag zwar klein sein, aber ihre Rolle im Ökosystem ist groß. Die Rettungsaktion hat nicht nur den Fortbestand dieser besonderen Amphibienart gesichert, sondern zeigt auch, dass jeder von uns einen Beitrag leisten kann – sei es im eigenen Garten oder im Rahmen gemeinschaftlicher Projekte. Und wer weiß, vielleicht wird der Flugplatz Breitenau bald zu einem Ort des Staunens für Jung und Alt, wenn die Kreuzkröten wieder in voller Pracht zu sehen sind.

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