Am Saurüsselkopf in den malerischen Chiemgauer Alpen lodert ein Waldbrand, der die Einsatzkräfte in der Region ordentlich auf Trab hält. Seit Montagmorgen sind große Rauchwolken über dem Gebiet sichtbar – sogar über eine Webcam kann man das Schauspiel beobachten. Die Feuerwehrleute und anderen Rettungskräfte stehen vor der Herausforderung, den Brand in einem unwegsamen Terrain zu bekämpfen, wo die Flammen in den Baumwipfeln wüten und Glutreste aus dem Gipfelbereich immer wieder neue Brandstellen entzünden.

Die Löscharbeiten begannen zunächst aus der Luft, um den offenen Flächenbrand schnellstmöglich zu bekämpfen. Nun sind die Einsatzkräfte im Gelände unterwegs, um Glutnester zu finden und zu löschen. Ein wahrer Kraftakt, da das Gebiet dicht bewaldet und nur über schmale Forstwege erreichbar ist. Der Landkreis Traunstein hat die Katastrophenhilfe vom Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen angefordert, und am 5. Mai wurden rund 25 Einsatzkräfte, darunter auch Flughelfer der Feuerwehren, entsandt.

Einsatz im unwegsamen Gelände

Die Löscharbeiten gestalten sich als knifflig. Bodentrupps können das Gebiet wegen der Gefahr von Abstürzen nicht betreten. Stattdessen kommen Hubschrauber mit Außenlastbehältern zum Einsatz – zwei 5000-Liter-Behälter wurden angefordert, um die Flammen direkt von oben zu bekämpfen. Allerdings gab es während der Arbeit mit dieser „hochsensiblen Technik“ Schwierigkeiten: Beide Behälter wurden beschädigt. Ein Behälter konnte notdürftig repariert werden, doch die Einsatzleitung entschied, lieber neue Behälter vom Landkreis München anzufordern.

Während der Luftlöscharbeiten mussten die Einsatzkräfte im Gelände nach Glutnestern Ausschau halten. Diese werden mit Hacke geöffnet und mit Wasser abgelöscht – ein mühsamer Prozess, der Geduld und Präzision erfordert. Die Feuerwehren aus Kochel am See, Lenggries, Neufahrn und Wolfratshausen stellten tragbare Spritzen (TS 4) zur Verfügung, um die Löschaktionen zu unterstützen. Die Gerätschaften wurden am Feuerwehrhaus in Wolfratshausen gesammelt und nach Ruhpolding transportiert. Aktuell sind die beschädigten Außenlastbehälter wieder einsatzbereit.

Die Lage vor Ort

Die größte Herausforderung bleibt jedoch die unwegsame Natur des Geländes. Das Gebiet am Saurüsselkopf ist steil und dicht bewaldet, sodass die Brandausbreitung in den Baumwipfeln eine ständige Gefahr darstellt. Grundner, ein Verantwortlicher vor Ort, zeigt sich optimistisch, den Brand bis Mittwoch unter Kontrolle zu bringen. Allerdings bleibt die Brandursache bislang unklar, und die Lage wird weiterhin aufmerksam beobachtet.

Inmitten all dieser Bemühungen ist es wichtig, dass die Bevölkerung sich von den Einsatzgebieten fernhält und die Zufahrtswege freihält. Das Gebiet wurde großräumig abgesperrt, und Hütten mussten geräumt werden. Rund 30.000 Menschen werden in der Umgebung durch das Trinkwasserschutzgebiet versorgt, was die Situation noch kritischer macht.

Für die kommenden Tage ist ein weiterer Großeinsatz geplant, bei dem auch die Bundeswehr Unterstützung leisten soll. In anderen bayerischen Regionen ist die Waldbrandgefahr teils hoch, sodass Luftbeobachtungsflüge über gefährdete Gebiete der Oberpfalz am Dienstag stattfinden werden. Der Fokus liegt dabei auf der östlichen Oberpfalz, und die Flüge starten vom Stützpunkt in Cham-Janahof in den Nachmittagsstunden. Das Feuer am Saurüsselkopf ist nur ein Teil eines größeren Problems, das die gesamte Region betrifft.