Im April 2026 wurde im Stadtgebiet Augsburg die besorgniserregende Diagnose einer Borna-Virus-Infektion (BoDV-1) bestätigt. Eine betroffene Person, die im Universitätsklinikum Augsburg behandelt wurde, hat leider den Kampf gegen die Krankheit verloren und ist an den Folgen der Infektion verstorben. Solche Erkrankungen sind äußerst selten, verlaufen aber in der Regel mit schweren Komplikationen und können lebensbedrohlich sein. Das Virus ruft gefährliche Gehirnentzündungen beim Menschen hervor, die eine sofortige Aufmerksamkeit erfordern. Laut augsburg.de gibt es aktuell keine spezifische Behandlung, weshalb vorbeugende Maßnahmen entscheidend sind.

Wie man sich schützt und was man wissen sollte, ist für die Bürger:innen in der Region von immenser Wichtigkeit. Das Virus hat sein Reservoir in der Feldspitzmaus (Crocidura leucodon). Diese kleinen Nager scheiden das Virus über ihren Kot, Urin und Speichel aus, ohne selbst zu erkranken. Der Übertragungsweg auf den Menschen ist jedoch bislang nicht genau geklärt. Ein Kontakt mit den Ausscheidungen der Mäuse scheint aber der Hauptübertragungsweg zu sein. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist nach aktuellem Stand nicht möglich, wie auch adac.de bestätigt.

Schutzmaßnahmen und Vorsicht

Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollten einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. So ist es ratsam, Feldspitzmäuse niemals mit bloßen Händen anzufassen. Auch Orte wie Böschungen, Steinmauern und unter Hecken, wo sich die Mäuse aufhalten könnten, sind zu meiden. Bei Putz- und Aufräumarbeiten, zum Beispiel im Schuppen, empfiehlt es sich, Einmalhandschuhe und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Zudem sollten diese Tiere keinesfalls als Haustiere gehalten werden.

Die Symptome einer Borna-Virus-Infektion können sehr ernst sein. Sie reichen von Fieber, Kopfschmerzen und allgemeinem Unwohlsein bis hin zu neurologischen Problemen wie Sprach- und Gangstörungen, die sogar ins Koma führen können. Die meisten bekannten Fälle in Deutschland enden tödlich. Zudem gibt es derzeit keinen Frühdiagnosetest, keine gezielte Therapie oder Impfung. Die Inkubationszeit ist noch nicht bekannt, was die Situation zusätzlich verkompliziert. Infektionen sind meldepflichtig, damit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.

Betroffen: Raum Bad Wörishofen

Ein anderer tragischer Vorfall ereignete sich im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu, wo ein Mann an den Folgen einer Borna-Virus-Infektion gestorben ist. Auch hier bleibt unklar, wie der Mann sich angesteckt hat. Diese Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit, sensibilisiert und vorsichtig zu sein, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo Feldspitzmäuse vermehrt vorkommen. Laut adac.de zähl die Borna-Virus-Infektion in Deutschland zu den seltensten Erkrankungen, mit jährlich etwa nur fünf bis zehn Fällen, vorwiegend in Bayern.

Die Bevölkerung wird daher dringend aufgefordert, diese Vorkehrungen ernst zu nehmen. Weitere Informationen sind auf augsburg.de und lgl.bayern.de/bornavirus erhältlich. Bei Fragen können Sie auch direkt die Servicestelle des LGL kontaktieren. Achten Sie auf sich und Ihre Gesundheit!