Im Unterallgäu tut sich was! In der kleinen Gemeinde Amberg, nicht weit entfernt vom großen Augsburg, plant das Unternehmen Polarise, eines der größten KI-Rechenzentren Deutschlands. Die Eröffnung ist für Mitte 2027 vorgesehen und wird im ehemaligen Gelände des Kurzwellensenders Wertachtal stattfinden. Die Vorfreude auf das Projekt ist groß, denn es wird nicht nur die Region beleben, sondern auch die technologische Landschaft nachhaltig verändern. Am Donnerstag, dem 12. November, dürfen sich alle Interessierten auf eine Informationsveranstaltung im Kaisersaal des Dorfgemeinschaftshauses freuen. Ab 19 Uhr stellen Unternehmensvertreter den aktuellen Planungsstand vor und beantworten Fragen, die den Bürgerinnen und Bürgern auf dem Herzen liegen.

Polarise hat bereits ein Rechenzentrum im Münchner Tucherpark, aber das in Amberg wird mit einer Startkapazität von 30 Megawatt doppelt so groß sein! Und das ist noch nicht alles: Langfristig könnte die Kapazität sogar auf bis zu 120 Megawatt anwachsen. Ein stattliches Vorhaben, das auch den Strombedarf einer mittelgroßen Stadt erreichen könnte. Da stellt sich natürlich die Frage, wie der Energiebedarf gedeckt wird. Ein Teil der benötigten Energie soll aus dem angrenzenden Solarpark stammen. Das klingt doch schon mal vielversprechend!

Einladung zur Bürgerversammlung

Eine Woche nach der Informationsveranstaltung, am 19. November um 20 Uhr, findet die Bürgerversammlung der Gemeinde Amberg statt. Bei dieser Gelegenheit wird das Projekt erneut im Fokus stehen. Hier haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Bedenken oder Fragen direkt zu adressieren. Die Vertreter von Polarise, Gian Marco Krömer, Vice President Data Center, und Stefan Sickenberger, Technischer Direktor, werden sich sicher auf eine lebhafte Diskussion freuen. Themen wie Energieversorgung, Umwelt, Kühlung und Wasserverbrauch stehen auf der Agenda – allesamt wichtige Punkte, wenn man bedenkt, dass Kühlung und Wasserverbrauch oft wiederkehrende Diskussionsthemen sind.

Ein kleiner Lichtblick: Polarise hat in einem Interview erklärt, dass das Rechenzentrum kein Wasser verbrauchen werde. Das könnte die Sorgen der Anwohner bezüglich der Umweltbelastung ein wenig lindern. Die Planung geht in die Richtung, dass auch die Kühlung effizient erfolgen soll, um den Stromverbrauch zu minimieren. Denn, wie wir wissen, macht die Kühlung oft einen erheblichen Anteil des Stromverbrauchs eines Rechenzentrums aus. Und nicht nur das – auch die gesamte Infrastruktur, die hier geschaffen wird, könnte neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse für die Region bringen.

Nachhaltigkeit und Energieversorgung

Was Polarise besonders interessiert, ist die Nutzung von erneuerbaren Energien. Ein Großteil der benötigten Energie soll aus nachhaltigen Quellen stammen. Die WV Energie AG aus Bad Vilbel betreibt auf einem großen Teil des Geländes Solarparks mit einer Gesamtleistung von 70 MWp. Und das ist noch nicht alles – ein weiterer Solarpark mit bis zu 35 MWp und ein Windpark mit 21 MW sollen zusätzlich gebaut werden. So könnte die Energieversorgung auf bis zu 120 MW erneuerbare Energie skaliert werden! Das klingt fast schon nach einer kleinen Energiewende.

Die Internationale Energieagentur prognostiziert, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2026 auf über 1.000 Terawattstunden steigen könnte, was ungefähr dem heutigen Stromverbrauch Japans entspricht. Die IEA nennt den Ausbau von KI-Anwendungen als einen der Haupttreiber für diesen Anstieg. Daher ist es umso wichtiger, dass neue Rechenzentren wie das in Amberg von Anfang an auf Nachhaltigkeit setzen. Der Energieverbrauch wird in Zukunft nicht nur ein Thema für die Betreiber sein, sondern auch für die Gemeinde und die Umwelt insgesamt.

Wer also Lust hat, mehr über dieses spannende Projekt zu erfahren, sollte sich den 12. November im Kalender markieren und vielleicht auch gleich zur Bürgerversammlung am 19. November kommen. Vielleicht gibt es ja noch viele Fragen, die auf eine Antwort warten. Und wer weiß, vielleicht wird das Rechenzentrum in Amberg der nächste große Schritt für die KI-Infrastruktur in Deutschland und Europa!