Heute ist der 5. Mai 2026, und Altötting steht ganz im Zeichen des Glaubens und der Tradition. Am 1. Mai eröffneten Bamberger Erzbischof Herwig Gössl und Passauer Bischof Stefan Oster SDB feierlich die Wallfahrtssaison in diesem berühmten Marienwallfahrtsort. Altötting, bekannt für die Verehrung der Muttergottes in der Gnadenkapelle, zieht jedes Jahr unzählige Pilger an, die auf der Suche nach Trost und Hoffnung sind. Gössl, der mit seiner mitreißenden Predigt die Herzen berührte, sprach über den Weg des Glaubens, den man vertrauensvoll mit Maria gehen kann.
Es ist nicht zu übersehen, dass wir in einer Zeit leben, die von Herausforderungen geprägt ist. Kriege, Klimaveränderungen und technische Entwicklungen – sogar Künstliche Intelligenz – stellen die Menschheit vor enorme Aufgaben. Der Erzbischof thematisierte diese globalen Herausforderungen und stellte fest, dass das Leben zunehmend härter wird und Ungerechtigkeiten zunehmen. Inmitten all dieser Probleme sieht er den Glauben an Maria als eine Quelle der Energie und Hoffnung, die uns helfen kann, die Widrigkeiten des Lebens zu bewältigen.
Wallfahrten und Traditionen
Eine ganz besondere Wallfahrt fand am 11. April statt. 131 Fußwallfahrer aus Viechtach erreichten den Kapellplatz in Altötting und setzten damit eine Tradition fort, die seit 1980 besteht. Diakon Hans-Dieter Göring, der mit stolzen 82 Jahren immer noch aktiv ist, hat diese Pilgerreise über viele Jahre geleitet. Es ist einfach beeindruckend zu sehen, wie sich Menschen zusammenfinden, um ihren Glauben zu teilen und zu stärken.
Besonders berührend war die Begrüßung der Pilgergruppe aus Oberösterreich, die im zweijährigen Turnus nach Altötting pilgert. Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger hieß die Pilger herzlich willkommen, und Bruder Berthold Oehler ließ es sich nicht nehmen, die Ankömmlinge mit den Worten „Maria hat auf Euch gewartet“ zu empfangen. Solche Momente zeigen, wie stark das Gefühl der Gemeinschaft und der Zugehörigkeit in diesen Wallfahrten ist.
Ein Ort voller Geschichte
Die besondere Verbindung von Altötting zu Papst Benedikt XVI. ist ein weiterer Aspekt, der diesen Ort so einzigartig macht. Er wuchs in der Nähe auf und fühlte sich der Gnadenkapelle und der Verehrung der Muttergottes sein Leben lang eng verbunden. Diese tief verwurzelte Tradition wird hier lebendig gehalten und zieht Gläubige aus nah und fern an.
Die Wallfahrten sind mehr als nur religiöse Rituale; sie sind auch eine Möglichkeit, sich mit anderen zu verbinden, Geschichten zu teilen und die eigene Spiritualität zu vertiefen. Die Atmosphäre in Altötting ist geprägt von warmen Begegnungen, Gebeten und dem gemeinsamen Streben nach Frieden und Hoffnung. Hier, wo die Gnadenkapelle steht, wird der Glaube spürbar – und das ist es, was die Menschen immer wieder zurückkehrt. Der Weg ist das Ziel, und dieser Weg führt viele auf die Straßen nach Altötting.