Die Oberpfälzer Fußwallfahrt ist ein Erlebnis, das man einfach einmal selbst erleben muss! Am frühen Samstagmorgen, um genau zu sein um 6.20 Uhr, machte sich die Beilngrieser Gruppe auf den Weg von der malerischen Altstadt aus. Der erste Stopp? Ein Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Walburga. Ein schöner Start, der den Pilgern Kraft für die fast 50 Kilometer lange Strecke bis nach Siegenburg geben sollte. Der Weg führt über den Altmühlberg und durch das Altmannsteiner Gemeindegebiet, und, ganz ehrlich, wer könnte sich nicht für ein solches Abenteuer begeistern?
Die Oberpfälzer Fußwallfahrt hat, wie viele wissen, eine lange Tradition – in diesem Jahr findet sie bereits zum 341. Mal statt! Ein beeindruckendes Erbe, das nicht nur die Teilnehmer selbst, sondern auch ihre Familien und Freunde zusammenbringt. Es gibt insgesamt vier Gruppen: Beilngries, Daßwang, Hemau und Günching. Jede Gruppe macht sich eigenständig auf den Weg, doch das Ziel ist dasselbe – Altötting. Ein Ort, der für viele eine tiefere Bedeutung hat. Am Dienstagvormittag wird dann der feierliche Einzug in Altötting stattfinden, und ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die Pilger gemeinsam in diesem besonderen Moment aufgehen.
Ein spirituelles Erlebnis
Zu den Highlights gehört ganz sicher der Gottesdienst, der am Sonntagmorgen den Tag einläutet. Pfarrrer Johannes Trollmann, der Hauptzelebrant, sprach über die Bedeutung des Kreuzes als Symbol des Glaubens und Begleiter auf der Wallfahrt. Er verglich die Wallfahrt mit „Wellness für die Seele“. So wahr! In Zeiten, in denen die Welt um uns herum manchmal verrückt spielt, ist es einfach schön, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Gottsmutter Maria wurde als Glaubensvorbild und Fürsprecherin erwähnt. Ein Moment, der sicherlich viele berührt hat.
Ein ganz besonderer Anlass war die Ehrung von Georg Schön, dem Leiter der Dasswanger Gruppe. Nach der Lichterprozession erhielt er eine Urkunde für seine 45. Fußwallfahrt! Das ist doch mal eine Leistung! Und auch Pfarrrer Stefan Brand wurde für seine 30. Teilnahme geehrt. Schön marschierte in Dankbarkeit nach Altötting, nachdem er eine schwere Operation gut überstanden hat. Was für eine inspirierende Geschichte!
Die Tradition der Wallfahrt
Die gesamte Fußwallfahrt umfasst beeindruckende 149,9 Kilometer. Am Sonntag soll es weiter nach Landshut gehen, wo die Wallfahrer nach gut 38 Kilometern ankommen werden. Am Montag stehen dann 41 Kilometer bis Niedertaufkirchen auf dem Programm, und am Dienstag sind es noch einmal gut 20 Kilometer, bis es schließlich nach Altötting geht! Der feierliche Einzug aller vier Gruppen ist für 10 Uhr geplant und um 10.45 Uhr wird in der Basilika St. Anna das Hochamt gefeiert. Ein Fest für die Sinne und die Gemeinschaft!
Wallfahrten, die religiösen Reisen zu heiligen Stätten, sind nicht nur ein Teil der bayerischen Kultur, sondern haben auch eine lange Geschichte, die bis ins 4. Jahrhundert zurückreicht. Früher waren sie oft asketisch geprägt, heute sind sie auch ein Ausdruck des Religionstourismus. Die Pilger, die sich auf den Weg machen, tun dies nicht nur aus Glauben, sondern auch aus dem Wunsch nach Gemeinschaft und einem Stück „Wellness für die Seele“. Das Zusammensein, das Getragenwerden von der Gemeinschaft und das Erleben von Spiritualität sind unvergleichlich. Ob in Altötting oder woanders – solche Momente sind unbezahlbar.