Heute ist der 3. Mai 2026, und in Altötting hat sich einiges getan. Bei einer Präsentation wurde das neue Bodenmanagementkonzept für den Landkreis vorgestellt. Was das genau bedeutet? Nun, es geht um PFOA-belasteten Boden – ein Thema, das viele Bauherren, Planer und auch die Bürger direkt betrifft. Robert Müller, Alea Lang, Erwin Schneider, Andreas Hüttl und Tobias Windhorst waren die Gesichter hinter diesem wichtigen Projekt. Ihr Ziel? Eine rechtssichere Perspektive schaffen und den Umgang mit belastetem Boden klarer regeln.

Das Konzept folgt dem Leitmotiv „Vermeidung, Verwertung, Beseitigung“ – und das hat Priorität! Der Fokus liegt darauf, den Bodenaushub zu reduzieren. Architekten und Planer sind aufgefordert, Bauvorhaben so zu gestalten, dass weniger Erde bewegt wird. Wer braucht schon einen Keller, wenn man auch ohne auskommt? Ein cleverer Schachzug, um die Problematik an der Wurzel zu packen.

Ein Leitfaden mit Unterstützung

In enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Umweltministerium wurde ein Leitfaden entwickelt, der die bestehenden Bundesrichtlinien ergänzt. Klar ist: PFOA-Kontamination bleibt ein ungelöstes Problem, auch wenn der neue Leitfaden Erleichterungen verspricht. Besonders wichtig ist die Trennung von Oberboden und Untergrund – im Oberboden ist die Schadstoffkonzentration am höchsten. Die Reinigung durch Bodenwäsche? Technisch zwar möglich, aber aufgrund der chemischen Bindungen von PFOA eine echte Herausforderung.

Ein Lichtblick: Der neue Leitfaden erlaubt den direkten Wiedereinbau von Aushubmaterial vor Ort, auch wenn die Werte höher belastet sind. Allerdings muss umgelagerte Erde in Zonen mit gleich oder höherer PFOA-Konzentration verbleiben. Ein weiteres Detail, das nicht zu vernachlässigen ist, ist die Tatsache, dass PFOA zur Gruppe der PFAS gehört – Substanzen, die in der Natur kaum abbaubar sind und sich im Körper anreichern können. Ein echtes Gesundheitsrisiko, das nicht ignoriert werden kann!

Die Herausforderung der Deponien

Momentan gibt es im Landkreis keine geeigneten Deponien. Das bedeutet, dass überschüssiger Boden vorerst außerhalb der Region transportiert werden muss. Doch es gibt Hoffnung: Eine PFOA-Monodeponie in Altötting ist in Planung. Der Betrieb soll voraussichtlich 2027 bis 2028 starten. Solche Schritte sind notwendig, um die Situation langfristig zu verbessern.

Für Privatpersonen gibt es auch gute Nachrichten: Informationsflyer zum Umgang mit Erde im Gartenbau werden verteilt. Es ist wichtig, dass jeder, der im Landkreis etwas vorhat, sein Vorhaben beim Landratsamt anmeldet. Das ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern schützt auch die Gesundheit aller.

Ein Blick über die Grenzen hinaus

Die Problematik mit PFAS ist nicht nur ein lokales Phänomen. Auf globaler Ebene wird die Regulierung dieser Stoffe immer strenger. Einige PFAS sind bereits verboten oder unterliegen Einschränkungen, während andere noch unreguliert sind. Langkettige Verbindungen wie PFOA wurden seit 2010, 2020 und 2022 weltweit verboten, ausgenommen in bestimmten Einsatzbereichen. Die deutschen Behörden sind dabei, eng mit anderen Ländern in der EU zusammenzuarbeiten, um die Verwendung von PFAS nur dort zuzulassen, wo es keine Alternativen gibt oder wo sozio-ökonomische Vorteile überwiegen.

Die Eigenschaften von PFAS – ihre extreme Langlebigkeit und die weitreichende Verbreitung – machen sie zu einer ernsthaften Bedrohung für die Umwelt und die Gesundheit. Der Kenntnisstand über diese Chemikalien nimmt stetig zu, und die gesundheitlichen Risiken, die mit ihnen verbunden sind, werden immer deutlicher. Ein bewusster Umgang ist daher mehr denn je gefragt.