Heute ist der 29.06.2026 und die Situation im Landkreis Aichach-Friedberg könnte nicht spannender sein. Während die Sommerhitze auf die Straßen brennt, brodelt es auch im Bereich des Nahverkehrs. Der Kreistag steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Welche Busverbindungen müssen weichen? Ein Thema, das nicht nur die Pendler und Schüler betrifft, sondern auch die gesamte Region. Die bestehenden Verträge für mehrere Linien laufen Ende 2028 aus, und die Aussichten sind alles andere als rosig. Der Landrat Marc Sturm hat es treffend formuliert: Hier prallen der Wunsch nach einem guten Nahverkehr und die Realität steigender Kosten aufeinander.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nachfolgeverträge könnten um beachtliche 50 bis 100 Prozent teurer werden. Das hat der Kreisentwicklungsausschuss nun auf dem Schirm. Eine Prüfung günstigeren Varianten steht an, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Doch was heißt das konkret für die Fahrgäste? Die günstigste Option könnte sich als schmerzhafter Einschnitt erweisen: Angebotslücken zwischen 8 und 12 Uhr und ein vorzeitiges Ende des Betriebs um 18 Uhr könnten Realität werden. Hier kommt das neue Rufbus-System AktiVVo ins Spiel. Die Buchung erfolgt simpel über App oder Telefon – aber ob das wirklich alle Lücken füllen kann?

Die Linien im Fokus

Ein genauer Blick auf die betroffenen Linien zeigt, wie intensiv die Diskussionen bereits laufen. Die Linie 230, die Aichach mit Pöttmes verbindet, könnte massive Einschnitte hinnehmen: Montag bis Freitag entfallen 13 Fahrten, am Wochenende sogar 20. Dazu kommen mögliche 24 zusätzliche Fahrten, die nicht mehr stattfinden würden. Auch die Linie 410 zwischen Pöttmes und Baar steht auf der Kippe: Hier drohen 17 Fahrten weniger an Wochentagen und 20 an Wochenenden. Das lässt keinen Raum für Schönrednerei – die Fahrgäste müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Im Gegensatz dazu scheinen die Linien 200, 201 und 202 (Friedberg 02) auf einem soliden Kurs zu sein, da sie gut ausgelastet sind. Bei den Linien im „Wittelsbacher Land 03 und 04“ hingegen wird es knifflig. Einsparungen drohen vor allem dort, wo weniger als 10 Fahrgäste pro Fahrt unterwegs sind. Ein weiteres Thema sind die Linien 225, 301, 302 und 303 – auch hier sind Streichungen nicht ausgeschlossen. Um dem drohenden Chaos entgegenzuwirken, hat der Kreisentwicklungsausschuss beschlossen, einige bestehende Verträge zu verlängern. So bleibt „Friedberg 02“ um ein weiteres Jahr im Rennen, während „Wittelsbacher Land 03 und 04“ gleich um zwei Jahre verlängert werden.

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Ausblick und Herausforderungen

Die Entscheidung über die Zukunft von „Paartal 01“ wird der Kreistag erst Ende Juli treffen. Bis dahin bleibt es spannend. Die Frage, wie eine nachhaltige Mobilität im Landkreis Aichach-Friedberg aussehen kann, steht noch immer im Raum. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die richtige Balance finden – zwischen Kosteneinsparung und der Notwendigkeit eines funktionierenden Nahverkehrs. Denn eines ist sicher: Wenn der Bus nicht mehr fährt, stehen viele vor verschlossenen Türen und die Umwelt leidet auch. Hier wird die Weichenstellung in den kommenden Monaten entscheidend sein – und wir alle sind gespannt, welche Richtung eingeschlagen wird.

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