Müllgebühren im Landkreis Aichach-Friedberg steigen um über 40 Prozent ab 2027
Heute ist der 27.10.2026 und die Gemüter im Landkreis Aichach-Friedberg sind in Aufruhr. Ab dem 1. Januar 2027 wird es ernst: Die Gebühren für Restmüll und Biotonne steigen um über 40 Prozent! Ein Schock für viele Haushalte, die sich schon jetzt auf die neue Gebührenordnung einstellen müssen. Die Jahresgebühr für die beliebteste 60-Liter-Restmülltonne wird von 91,20 Euro auf satte 128,40 Euro erhöht. Das sind mal eben fast 40 Euro mehr – da kann einem schon schwindelig werden!
Die neuen Gebühren gelten bis Ende 2029 und die Gründe für diese drastische Erhöhung sind vielfältig. Laut den Unterlagen, die in den letzten Sitzungen präsentiert wurden, sind steigende Personal-, Energie- und Logistikkosten die Hauptursachen. Und nicht zu vergessen die CO₂-Abgabe, die aufgrund der unsicheren Entwicklung nur für drei Jahre kalkuliert wurde. Das Beratungsbüro AU Consult rechnet bereits mit durchschnittlichen jährlichen Abfallbeseitigungskosten von rund 11 Millionen Euro. Davon entfallen bis zu 8,8 Millionen Euro auf die Logistik und die Verwertung von Bio- und Restmüll. Ein gewaltiger Brocken!
Ein Blick auf die Details
Die Gebühren für Müllentsorgung waren in der Vergangenheit eine der günstigsten in Bayern. Seit der Jahrtausendwende gab es sogar acht Preissenkungen. Doch damit ist nun Schluss, denn die Rücklagen, die diese niedrigen Gebühren ermöglichten, sind weitgehend aufgebraucht. Um den Anstieg für die Privathaushalte zu dämpfen, wird ein Teil des Gewinnvortrags aus dem gewerblichen Bereich in die Gebührenkalkulation einfließen. Das hat auch seine Schattenseiten – für bestimmte Leistungen fallen zusätzliche Gebühren an. So kostet ein Windelsack 3 Euro und ein zusätzlicher normaler Abfallsack schlägt mit 7 Euro zu Buche.
Für Familien gibt es immerhin günstigere Windelsäcke, die etwas Entlastung bringen sollen. Neu ist zudem eine Gebühr von 25 Euro für die erstmalige Sperrmüllabholung. Diese Gebühr deckt allerdings die Logistikkosten nicht vollständig – ein weiterer Grund zur Sorge. Und wer denkt, er könne die Biotonne falsch befüllen und einfach Restmüll entsorgen, sollte sich besser zweimal überlegen: Für die falsche Befüllung wird weiterhin 38 Euro fällig – und das bleibt unverändert.
Die Situation im Landkreis Augsburg
Im benachbarten Landkreis Augsburg wird ebenfalls an der Gebührenstruktur geschraubt. Dort sind die neuen Gebühren für den Zeitraum vom 1. Juli 2027 bis 30. Juni 2029 vorgesehen. Aber hier ist die Lage noch unklar: Es steht noch nicht fest, ob und in welchem Umfang die Gebühren steigen werden. Ein wesentlicher Kostenfaktor sind auch hier die steigenden CO₂-Kosten bei der Müllverbrennung. Diese gesetzlichen Vorgaben gelten auch für die thermische Verwertung von Haus- und Sperrmüll, was die Situation nicht einfacher macht.
Landrat Martin Sailer hat bereits Kritik an der gesetzlich vorgeschriebenen Einbeziehung von Haus- und Sperrmüll in die CO₂-Bepreisung geübt. Seiner Meinung nach führen die höheren CO₂-Kosten vor allem zu einer Mehrbelastung für die Bürger und Unternehmen. Interessanterweise kann die AVA Abfallverwertung Augsburg, die für die Müllverbrennung zuständig ist, weder die angelieferten Müllmengen steuern noch die gesetzlichen Vorgaben beeinflussen. Das lässt einen doch etwas ratlos zurück, oder?
In Aichach-Friedberg stehen die Bürger also vor einer Herausforderung – und das nicht nur finanziell. Die Unsicherheit, wie sich die Gebühren tatsächlich entwickeln werden, sorgt für Unruhe. Man fragt sich, ob man sich besser rechtzeitig um alternative Entsorgungsmöglichkeiten kümmern sollte oder einfach abwarten kann, was die nächsten Monate bringen. Die Gemeinde hat angekündigt, dass Informationen folgen werden, sobald belastbare Ergebnisse der Neukalkulation vorliegen. Bis dahin bleibt nur eines: den Kopf in den Sand stecken oder einfach mal einen extra Müllsack besorgen!
