Die Straßen unserer schönen Heimat Bayern sind in den letzten Jahren bunter geworden – und das nicht nur durch die herbstlich gefärbten Blätter! E-Scooter haben sich zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes entwickelt. Doch mit dieser neuen Freiheit kommt auch eine Verantwortung. Die Zahl der E-Scooter im Straßenverkehr und die damit verbundenen Unfälle nehmen besorgniserregend zu. Um dem entgegenzuwirken, hat die Verkehrswacht ein neues Schulungsprogramm ins Leben gerufen, das vor allem junge Menschen ansprechen soll.

Im Verkehrssicherheitszentrum Asperg fand kürzlich eine Schulung der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg statt, an der auch zwei Herren aus Bayern, Wolfgang Jeske und Helmut Beck, teilnahmen. Oliver Moschner-Schweder von der Landesverkehrswacht Hessen leitete die Ausbildung, die sich mit den rechtlichen Grundlagen und der korrekten Nutzung von E-Scootern befasste. Es ging um alles – von der richtigen Bremstechnik bis hin zu wichtigen Verkehrszeichen. Und das ist auch dringend nötig, denn 2025 wurden deutschlandweit 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden registriert, was einem Anstieg von 38,1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Ein steiler Anstieg der Unfallzahlen

Die Zahlen sprechen für sich: 2025 starben 38 Menschen bei E-Scooter-Unfällen, im Vorjahr waren es 27. Besonders alarmierend ist, dass 53,6 % der verunglückten E-Scooter-Fahrer jünger als 25 Jahre waren. Das zeigt, wie wichtig es ist, junge Verkehrsteilnehmer frühzeitig für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Die Schulungen sollen ihnen helfen, Gefahrensituationen besser einzuschätzen und Unfälle zu vermeiden. Ein neues Angebot für Schulen steht ebenfalls in den Startlöchern.

Ein weiteres Augenmerk liegt auf den häufigsten Fehlverhalten der E-Scooter-Fahrenden. 21,6 % der Unfälle resultierten aus einer falschen Benutzung von Fahrbahn oder Gehwegen. Das bedeutet, dass viele Fahrerinnen und Fahrer sich nicht an die Regeln halten, die eigentlich zu ihrer Sicherheit dienen sollen. Und das Fahren unter Alkoholeinfluss ist auch keine Seltenheit – 10,9 % der Unfälle waren darauf zurückzuführen. Das ist nicht nur gefährlich, sondern kann auch richtig teuer werden.

Regeln und Sicherheit im Straßenverkehr

E-Scooter sind in Deutschland seit dem 15. Juni 2019 zugelassen und gelten als Kraftfahrzeuge. Sie benötigen eine Haftpflichtversicherung, die durch eine aufgeklebte Plakette am Roller nachgewiesen wird. Das Mindestalter für die Nutzung beträgt 14 Jahre, und auf einem E-Scooter darf nur eine Person fahren. Verboten ist das Fahren auf Gehwegen und in Fußgängerzonen. Wer sich nicht an diese Regeln hält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Die neue Schulung soll nicht nur theoretisches Wissen vermitteln, sondern auch praktische Fertigkeiten schulen. Die Teilnehmenden lernen, wie sie eigene Trainings planen und umsetzen können. So wird die Verkehrssicherheitsarbeit aktiv gefördert. Schließlich ist es das Ziel, die sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu stärken und auf die zunehmende Verbreitung von Elektrokleinstfahrzeugen zu reagieren.

Insgesamt zeigt sich, dass die Kombination aus wachsender E-Scooter-Nutzung und steigenden Unfallzahlen einen klaren Handlungsbedarf aufzeigt. Die Schulungen der Verkehrswacht sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Sicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen und vor allem die jüngere Generation für die Herausforderungen im Straßenverkehr zu sensibilisieren.