In Aichach-Friedberg hat die Mitgliederversammlung des Vereins RiVerGen für frischen Wind in der regionalen Fleckviehzucht gesorgt. Zuchtleiterin Marina Neumeier ließ die Anwesenden an der Entwicklung der Herdbuchzucht teilhaben und beleuchtete die aktuelle Lage. Der Kuhbestand im Landkreis zählt 48.559 Tiere, verteilt auf 682 Betriebe – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hervorzuheben sind die 91 Fleckvieh-Herdbuchbetriebe, die zusammen 6.019 Kühe halten, und deren jährliche Milchleistung nun um 134 kg auf 8.898 kg gestiegen ist.
Ein echter Grund zur Freude ist die Lebensleistung von 50 Kühen im Zuchtgebiet, die die 100.000 kg-Marke überschritten haben. Acht dieser Spitzenkühe sind in Betrieben im Landkreis Aichach-Friedberg zu finden. Ein besonderes Highlight der Versammlung war die Ehrung der Züchterfamilie Balleis für den Gruppenreservesieg ihrer Fünftkalbskuh „Poldi“. Die Auszeichnung der „Fleckvieh-Profis“ basiert auf strengen Kriterien, die sowohl Leistung als auch Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.
Fleckvieh im Fokus
Die Fleckviehzucht hat eine über 150-jährige Tradition und erfreut sich nicht nur in Bayern, sondern auch international großer Beliebtheit. Diese Rasse, die sowohl für die Milchproduktion als auch für die Mutterkuhhaltung geeignet ist, zeigt sich anpassungsfähig an unterschiedliche Bedingungen. Weltweit gibt es etwa 6 Millionen Fleckvieh-Milchkühe, und in Europa werden jährlich rund 1.100 Prüfstiere in Zuchtprogrammen getestet.
Die Zuchtprogramme basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und haben das Ziel, die Wirtschaftlichkeit in der Milchproduktion nachhaltig zu verbessern. Neben der Milchleistung werden auch Fleischleistungs- und Fitnessmerkmale berücksichtigt. Die optimale Fleckviehkuh zeichnet sich durch eine starke Vorhand, eine gute Bemuskelung und ein fest angesetztes Euter aus. Herdenleistungen variieren je nach Fütterungsintensität zwischen 7.000 kg und über 10.000 kg Milch pro Jahr.
Die Besten der Besten
Im Rahmen der Versammlung wurden die Zuchtbetriebe der „Fleckvieh-Profis 2025“ ausgezeichnet. Zu den geehrten Betrieben gehören unter anderem die Grießer GbR aus Ingstetten, Johannes Reich aus Sand und Roland Winter aus Rapperzell. Auch Michael Balleis und Josef Strobl haben es in den Beirat der Züchtervereinigung RiVerGen geschafft, was deren Engagement in der Zucht unterstreicht.
Die Züchter setzen auf Nachhaltigkeit und die Verbesserung der Fitnessmerkmale, die mit über 40 % in den Gesamtzuchtwert einfließen. Ziel ist es, die Lebensleistung der Kühe auf 30.000 kg Milch zu steigern, während gleichzeitig die Eiweißmenge und die Gesundheit der Tiere in den Fokus rücken. Die Kombination aus Milch-, Fleisch- und Fitnessmerkmalen macht das Fleckvieh zu einer gefragten Rasse, die auch in der Mutterkuhhaltung international unter dem Namen Simmental bekannt ist.
Die Zukunft der Fleckviehzucht in Aichach-Friedberg sieht vielversprechend aus. Mit einer soliden Grundlage aus Tradition und modernsten Zuchtmethoden sind die Züchter bestens gerüstet, um auch in den kommenden Jahren Spitzenleistungen zu erzielen.