Liebe auf den zweiten Blick: Landesbischof Kopp entdeckt das Entwicklungspotenzial im Fichtelgebirge
Heute, am 30. Oktober 2026, hat sich im Fichtelgebirge einiges getan. Der Landesbischof Christian Kopp hat die Region besucht und sich ein Bild von den evangelischen Gemeinden in Arzberg, Selb, Marktredwitz, Wunsiedel und Bad Alexandersbad gemacht. Es war ein spannender Tag! Überall hörte er Geschichten von Menschen, die zunächst wegzogen, um später zurückzukehren. Kopp nannte das treffend „Liebe auf den zweiten Blick“ und sieht das große Entwicklungspotenzial, das in dieser Region schlummert.
Beim Gottesdienst in der Maria-Magdalena-Kirche in Arzberg war die Atmosphäre spürbar lebendig. Die Bänke waren fast voll, und es war schön zu sehen, wie das evangelische Gemeindeleben hier von engagierten Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen getragen wird. Diese Menschen sind nicht nur da, sie sind ein Teil der Gemeinschaft! Kopp hob die Herzlichkeit hervor, die man in der Region spürt. Das ist doch etwas, was man in der heutigen Zeit nicht oft findet. Man merkt, dass die Leute miteinander verbunden sind.
Herausforderungen und Chancen
Ein ernsteres Thema brachte der Besuch im Schülercafé der evangelischen Stadtkirche in Selb mit sich. Während er eine Thunfischpizza genoss, sprach Kopp über Kinderarmut und die traurige Tatsache, dass viele Kinder ohne Frühstück zur Schule gehen müssen. Es ist erschütternd, dass in einer Zeit, in der so viel möglich ist, noch immer Kinder hungernd in die Schule gehen. Die Kirche hat hier einen klaren Auftrag, und die Stadtkirche investiert Geld, damit die Mahlzeiten für Kinder und Jugendliche erschwinglich bleiben. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung!
Doch auch die Zukunft der kirchlichen Strukturen ist ein Thema, das nicht unbeachtet bleiben kann. Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen wird sich die kirchliche Landschaft im Fichtelgebirge verändern. Selb und Wunsiedel sollen ein gemeinsames Dekanat bilden. Kopp lehnt es ab, dass die Kirche sich aus den ländlichen Gebieten zurückzieht. Es ist wichtig, dass die Kirche lokal bleibt, persönliche Beziehungen pflegt und Empathie zeigt. Das braucht es, um eine lebendige Gemeinschaft zu erhalten.
In Marktredwitz informierte sich Kopp über eine neue Verwaltungsstruktur, in der eine ausgebildete Person die Geschäftsführung übernimmt. Das klingt zunächst nach einer Umstellung, aber nach anfänglicher Skepsis wird das Modell mittlerweile positiv bewertet. Pfarrerinnen und Pfarrer haben mehr Zeit für die Menschen, und das ist ja schließlich das, was zählt! Kopp äußerte sich vorsichtig zum Thema „Sparen“. Bei sinkenden Einnahmen ist es entscheidend, klug zu entscheiden, wie das Geld eingesetzt wird. Schließlich gibt es auch überregionale Einrichtungen, wie das Evangelische Bildungs- und Tagungszentrum in Bad Alexandersbad, die Unterstützung brauchen.
Die Rolle der Kirchengebäude
Kirchengebäude stehen in ländlichen Räumen vor großen Herausforderungen. Der Rückgang des ehrenamtlichen Engagements, die fortschreitende Digitalisierung und die leeren Ortskerne sind nur einige der Themen, die es zu bewältigen gilt. Die Publikationen zur Zukunft und Nutzung von Kirchengebäuden auf dem Land zeigen, wie wichtig diese Orte sind. Es geht nicht nur um Steine und Mauern, sondern um die soziale Bedeutung dieser Gebäude. Sie sind oft die letzten Orte der Zusammenkunft und des sozialen Zusammenhalts in kleinen Gemeinden.
Kerstin Menzel thematisiert in ihrem Beitrag die sozialräumliche Bedeutung von Kirchengebäuden und zeigt, dass auch in ländlichen Gebieten innovative Ansätze entstehen können. Es gibt viele Beispiele, wie Kirchen trotz schwieriger Umstände als Orte der Gemeinschaft erhalten bleiben können. Das ist ein spannendes Thema, das auch für das Fichtelgebirge von Bedeutung ist.
Ein Blick nach vorne
Die Zukunft der Kirche in ländlichen Räumen ist noch lange nicht entschieden. Der Forschungsbereich „Ländliche Räume“ am IEEG widmet sich der Frage, wie die Kirche auch bei Bevölkerungsrückgang lebendig bleiben kann. Es wird untersucht, welche Kompetenzen kirchliche Mitarbeitende benötigen und ob die Kirchengebäude eine Belastung oder eine Ressource darstellen. Solche Fragen sind von enormer Bedeutung, besonders in einer Zeit, in der viele Menschen den Kontakt zur Kirche verlieren.
Es ist spannend zu sehen, wie die Kirche den Herausforderungen begegnen will. Kopp möchte seine Eindrücke aus Selb und Wunsiedel in seinen Bericht für die Landessynode aufnehmen und hat den Auftrag mitgegeben, weiter zu klären, was die Identität des Fichtelgebirges ausmacht und was die Menschen verbindet. Persönlich nimmt er Dankbarkeit und Eindrücke von engagierten Menschen mit, die sich für die Region einsetzen. Und das, liebe Leute, ist der Geist, der die Gemeinschaft antreibt! Es bleibt also spannend, was die Zukunft bringt.
