Bad Alexandersbad, ein kleines Juwel im Fichtelgebirge, kämpft zurzeit gegen einen gewaltigen Schuldenberg von 25 Millionen Euro. Bei nur 920 Einwohnern ist das eine gewaltige Last, die die Gemeinde drückt. Der neu gewählte Bürgermeister Ronald Ledermüller von der CSU, der seit dem 1. Mai im Amt ist, hat sich der Herausforderung mit vollem Elan angenommen. Doch die Lage ist alles andere als rosig.

Die Ursachen für die missliche Finanzlage sind vielschichtig. Ein Rückgang der Kurgäste, bedingt durch das Ausbleiben von finanzieller Unterstützung durch gesetzliche Krankenkassen, hat der Gemeinde die Einnahmen geraubt. Zudem hat der Strukturwandel in der Region zu Arbeitsplatzverlusten geführt und die Einwohnerzahl weiter schrumpfen lassen. Der Corona-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft, da der gemeindeeigene Betrieb keine Einnahmen generieren konnte. Es ist schon eine ironische Wendung des Schicksals, dass eine Gemeinde, die traditionell von Kuren lebte, nun unter den Folgen einer Pandemie leidet.

Ein Blick in die Zukunft

Im Finanzausschuss des bayerischen Landtags wird derzeit über mögliche Unterstützung des Freistaats beraten. Eine Zwangseingemeindung in eine Nachbarstadt wird als mögliche Lösung diskutiert – doch Bürgermeister Ledermüller lehnt diesen Vorschlag entschieden ab. „Das wäre ein Schritt zurück“, betont er und setzt sich dafür ein, die Gemeinde eigenständig zu sanieren. Es gibt schließlich auch Lichtblicke: Im Jahr 2017 wurde das Alexbad eröffnet, eine Kureinrichtung mit Therapiebecken, die dazu gedacht war, neue Gäste anzulocken. Doch leider lässt die Umgebung, geprägt von Baustellen und einem maroden Hotel, die Attraktivität vermissen.

Die finanziellen Belastungen durch Kassenkredite sind erheblich. Jährlich frisst der Zinsaufwand von 400.000 Euro einen großen Teil der verfügbaren Mittel auf. Seit 2014 hat Bad Alexandersbad keinen genehmigungsfähigen Haushalt mehr vorgelegt, was die Situation weiter kompliziert. Es ist schon fast tragisch, wenn man bedenkt, wie sehr der Ort an der Tradition der Kuren hängt und gleichzeitig mit einem so tiefen finanziellen Graben kämpft.

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Ein unverzichtbares Kurzentrum

Das Kurzentrum spielt eine zentrale Rolle für die Gemeinde, und eine Schließung wäre ein herber Schlag für die lokale Identität. Die Gründe für die Schulden sind zwar klar, doch die Lösung ist kompliziert. Die Hoffnung ruht auf dem Freistaat, der schon in der Vergangenheit Kureinrichtungen gefördert hat – nur um sie jetzt, in einer Zeit der Not, nicht einfach abzubauen. Es ist ein Balanceakt zwischen Tradition und der harten Realität der Finanzen.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Bad Alexandersbad braucht Hilfe, um aus dieser finanziellen Misere herauszukommen. Die Gespräche im Landtag könnten der Schlüssel zur Rettung der Gemeinde sein. Vielleicht wird der Freistaat seiner Verantwortung gerecht und unterstützt die kleinen Gemeinden, die oft im Schatten der großen Städte stehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt – und in Bad Alexandersbad ist sie noch da.

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