Die Orgel im Würzburger Kiliansdom hat eine lange und bewegte Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Am Dienstag, den 10. November, wird diese faszinierende Geschichte bei einer Orgelführung von 18 bis 19.30 Uhr lebendig. Organist Sven Geier wird die Teilnehmer durch die unterschiedlichen Facetten der Orgeln im Kiliansdom leiten. Dabei geht es nicht nur um die klangliche Vielfalt des Instruments, sondern auch um die Geschichte, die hinter der aktuellen Klais-Orgel steht. Ein echtes Erlebnis für Musikliebhaber und Geschichtsinteressierte!

Der Treffpunkt für die Führung ist an der Infotheke nahe dem Hauptportal des Doms. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt, daher ist eine Voranmeldung unbedingt empfehlenswert, um sich einen Platz zu sichern. Der Eintritt kostet 10 Euro pro Person. Die Tickets und weiteren Informationen sind im Dominfo am Domvorplatz, Domstraße 40, erhältlich oder telefonisch unter 0931/38662900. Alternativ kann eine E-Mail an information.dom@bistum-wuerzburg.de gesendet werden. Bitte beachtet, dass die Führung nicht barrierefrei ist.

Die Geschichte der Orgeln im Kiliansdom

Die Ursprünge der Orgeln im Würzburger Dom sind von vielen Fragen und wenigen gesicherten Informationen geprägt. Eine Urkunde aus dem Jahr 1284 erwähnt eine Orgel im Zusammenhang mit dem Augustinerorden, doch ob diese tatsächlich im Dom stand, ist umstritten. Im Jahr 1572 ließ Fürstbischof Friedrich von Wirsberg ein Positiv für den Kirchenchor anschaffen. Doch es war erst unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, dass die Pläne für eine größere Orgel konkrete Formen annahmen. Leider scheiterten die ersten Versuche der Finanzierung.

Im Jahr 1611 beauftragte Echter den Augsburger Orgelbauer Georg Weißlandt mit dem Bau einer neuen Orgel. Doch die Fortschritte blieben aus, und so wurde der Auftrag 1614 an Jacob Niehoff aus Köln übertragen. 1620 stand die Orgel schließlich an der Westwand des nördlichen Querschiffs, ausgestattet mit 20 Registern und einem eigenen kleinen Außenturm für den Organisten – ein wahres Meisterwerk ihrer Zeit. Doch die Freude währte nur kurz: bereits 1631 wurde sie bei der Einnahme Würzburgs durch schwedische Truppen vollständig zerstört.

Die Klais-Orgel und ihre beeindruckende Klangvielfalt

Die heutige Klais-Orgel, die seit 1969 im Kiliansdom steht, ist ein beeindruckendes Beispiel für moderne Orgelbaukunst. Mit 87 Registern und insgesamt 6652 Pfeifen und Zungen bietet sie einen Klang, der sowohl den schlichten romanischen Charakter des Langhauses als auch die barocke Gestaltung des Querschiffs perfekt zur Geltung bringt. Besonders die „Spanischen Trompeten“ in der Trompeteria strahlen ihren Klang waagerecht in den Raum – ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte!

Die Orgelanlage wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg neu konzipiert, um den liturgischen und räumlichen Anforderungen gerecht zu werden. So entstand eine funktionale Zweiteilung in Haupt- und Chororgel. Während die Hauptorgel auf der Westseite des Langhauses steht und für die großen Gottesdienste genutzt wird, dient die Chororgel im südlichen Querschiff hauptsächlich der Begleitung der Schola und werktäglichen Gottesdienste.

Für alle, die die Klänge dieser beeindruckenden Orgeln hautnah erleben möchten, bietet die Orgelführung im Kiliansdom die perfekte Gelegenheit. Seid dabei, wenn die Geschichte der Orgeln lebendig wird und lasst euch von der klanglichen Vielfalt überraschen!