Heute ist der 24.04.2026 und in Würzburg tut sich etwas Spannendes: Die katholische Kirche Sankt Andreas wird zur Kletter- und Boulderhalle umgebaut! Inmitten des Stadtteils Sanderau entsteht ein neuer Ort für Sport und Gemeinschaft, der nicht nur Kletterer, sondern auch Yogafans und Café-Besucher anlocken soll. Die Betreiber, die zuvor um ihre Existenz fürchteten, nachdem der Eigentümer ihrer bisherigen Halle fristlos gekündigt hatte, haben mit diesem Projekt eine zukunftsträchtige Lösung gefunden.

Die Kirche, die 1968 geweiht wurde und seit Februar 2023 unter Denkmalschutz steht, wird für die neue Nutzung profaniert, also entweiht. Pfarrer Tobias Fuchs hat bereits klargestellt, dass die Umnutzung notwendig ist, um die hohen Betriebskosten zu decken und dem Personalmangel entgegenzuwirken. Während das Pfarrhaus weiterhin für die Pfarrei und die Kinder- und Jugendarbeit genutzt wird, wird der Innenraum der Kirche in eine moderne Boulderhalle verwandelt. Geplant sind Boulderwände bis zu einer Höhe von vier Metern und eine Galerie für eine zweite Ebene.

Ein kreatives Nutzungskonzept

Das Konzept, leerstehende Kirchen für nicht-traditionelle Zwecke zu nutzen, ist nicht neu. In Bayern gibt es bereits einige kreative Beispiele, wie die Kirche St. Peter und Paul in Regensburg, die als Club und Event-Location dient, oder die Kirche in Münster, die sich zu einem Mehrgenerationenhaus mit Kindertagesstätte gewandelt hat. Mit der Kletter-Kirche in Würzburg könnte nun eine weitere innovative Nutzung hinzukommen – die erste ihrer Art in Bayern!

Zusätzlich zu den Boulderwänden wird auch ein Yogaraum sowie ein öffentlich zugängliches Café eingerichtet. Das Bistum Würzburg plant insgesamt, etwa 80 Kirchen aufgrund sinkender Mitgliederzahlen neu zu nutzen, und die Eröffnung der Kletterhalle ist für den Sommer 2027 vorgesehen. Die Betreiber der Boulderhalle, die bereits über Erfahrung in der Branche verfügen, haben sich gut auf das Projekt vorbereitet, um den Innenraum für das Klettern optimal zu gestalten.

Ein Blick in die Zukunft

Der Umbau wird so gestaltet, dass alle Einbauten rückgängig gemacht werden können, was für die Erhaltung der historischen Substanz der Kirche von großer Bedeutung ist. Die Kirchengemeinde wird nach der Profanierung in die nahegelegene Kirche St. Adalbero umziehen. Dies eröffnet nicht nur neue Möglichkeiten für die Pfarrei, sondern auch für die Stadt, die mit der Kletter-Kirche einen lebendigen Treffpunkt schaffen kann, der sowohl Sport als auch sozialen Austausch fördert.

Das Bistum Mainz hat ebenfalls Interesse an ähnlichen Projekten und sucht aktiv nach einer Kletter-Kirche. Würzburg könnte somit nicht nur ein Vorreiter in Bayern werden, sondern auch als Modell für andere Städte dienen, die ähnliche Herausforderungen mit leerstehenden Kirchen haben. Die Kletter-Kirche könnte also nicht nur ein Ort des Sports, sondern auch ein Ort der Begegnung und des kreativen Austauschs werden.