In der malerischen Region Weißenburg-Gunzenhausen gibt es frische Neuigkeiten aus dem Burkhard-von-Seckendorff-Heim. Ab sofort wird dort ein ganz besonderes Projekt ins Leben gerufen, das den letzten Lebensabschnitt von Seniorinnen und Senioren mit mehr Würde und Menschlichkeit gestalten soll. Zwei Palliative-Care-Fachkräfte haben sich bereit erklärt, Sterbende in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Ein bedeutender Schritt, um den Alltag im Pflegeheim menschlicher und einfühlsamer zu gestalten.
Das Projekt mit dem klangvollen Namen „Zeitintensive Betreuung im Pflegeheim am Lebensende“ (ZiB-P) wurde im Theilenhofener Mehrgenerationenhaus vorgestellt. Hier ging es nicht nur um trockene Präsentationen, sondern um das Leben selbst – um die letzten Momente, die oft alles andere als einfach sind. Denn eine erschreckende Zahl von 19% der Senioren stirbt in Pflegeeinrichtungen, und ein Drittel davon bereits im ersten halben Jahr nach dem Einzug. Da braucht es Menschen, die sich kümmern und Zeit nehmen – und genau das ist das Ziel dieses Projekts.
Würdevoller Abschied
Die beiden Palliative-Care-Fachkräfte, die im Burkhard-von-Seckendorff-Heim tätig sind, haben eine umfassende 160-stündige Ausbildung absolviert. Sie sind mehr als nur Pflegekräfte; sie sind die Brücke zwischen Ärzten, Angehörigen und Patienten. Das Projekt wird vom Hospizverein des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen begleitet, was zusätzliche Sicherheit und Unterstützung verspricht. Jeder der beiden Fachkräfte stehen 40 Arbeitsstunden zur Verfügung, die teilweise von der Hospitalstiftung in Gunzenhausen finanziert werden. So können sie persönliche Gespräche führen, bei der Nahrungsaufnahme helfen oder auch einfach nur an der Seite der Sterbenden sitzen. Ein kleines, aber so wichtiges Zeichen der Zuwendung.
Die Unterstützung, die die Palliative-Care-Kräfte anbieten, zielt nicht nur darauf ab, die letzten Tage und Stunden angenehmer zu gestalten, sondern auch unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Wer möchte schon in einer kalten Klinik sterben, wenn man in vertrauter Umgebung umgeben von liebevollen Menschen sein kann? Diese letzten Momente sind kostbar, und sie verdienen es, mit Respekt und Hingabe behandelt zu werden.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Das Projekt ist vorläufig auf ein Jahr angelegt, doch die positiven Rückmeldungen und die ersten Erfolge könnten eine Fortführung durchaus rechtfertigen. Seit 2018 wird das Projekt bereits in rund 100 Einrichtungen umgesetzt, und die Ergebnisse sprechen für sich: Eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität für die Betroffenen in ihren letzten Stunden. Die Nähe und menschliche Wärme, die durch diese Begleitung entsteht, ist unbezahlbar.
In einer Zeit, in der oft die Hektik des Alltags regiert, ist es umso wichtiger, auch die leisen Töne zu hören. Dieses Projekt ist ein Schritt in die richtige Richtung – ein Zeichen, dass wir uns auch in schwierigen Lebensphasen umeinander kümmern können. Immerhin geht es um mehr als nur um medizinische Versorgung; es geht um Menschlichkeit, um Nähe und um die letzte Ehre, die wir unseren Liebsten erweisen können.
