Heute ist der 2.03.2026 und in der Region Weißenburg-Gunzenhausen stehen interessante Veränderungen im Evangelisch-Lutherischen Dekanat an. Ab dem Jahr 2028 ist eine Fusion der drei Dekanate Weißenburg, Gunzenhausen und Pappenheim geplant. Diese Entscheidung wurde von der Landeskirche positiv aufgenommen, dennoch gibt es unter den Gemeindemitgliedern durchaus Bedenken und Zweifel an dieser Fusion (Quelle 1).
Die drei Dekanate an der Altmühl arbeiten seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen zusammen. Diese Kooperation umfasst unter anderem Diakonie, Verwaltung, Bildungswerk, Jugendamt, Notfallseelsorge und Kirchenmusik. Ein gemeinsames Ziel der Fusion ist es, die Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen, um den Herausforderungen der Kirche und der Gesellschaft zu begegnen. Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus den Dekaninnen Christian Aschoff (Gunzenhausen), Ingrid Gottwald-Weber (Weißenburg) und Sonja Scherle-Schobel (Pappenheim), erarbeitet derzeit die Struktur des neuen Dekanatsbezirks (Quelle 2).
Vorbereitungen zur Fusion
Die erste Sitzung der Steuerungsgruppe fand bereits am 24. November 2025 im Gemeindehaus in Weißenburg statt. Hier wurden wichtige Themen wie die Arbeitsweise und der Zeitplan für die Fusion besprochen. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe werden von Beratern der „Werkstatt evangelisch“ unterstützt, um die Fusion bestmöglich zu gestalten. Zudem werden alle Haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sowie Kirchenvorstandsmitglieder regelmäßig informiert und zur Mitgestaltung eingeladen.
Eine weitere Sitzung der Dekanatssynode ist für den 27. Februar 2026 im Gemeindehaus in Ellingen geplant, bei der das Thema der drei Dekanatsbezirke und ihrer Kirchengemeinden im Fokus steht. Im Januar 2026 sollen die Dekanatsausschüsse die Vereinbarung und den Zeitplan für die Fusion beraten und beschließen (Quelle 2).
Der Kontext der Fusionen
Die geplante Fusion ist Teil eines größeren Trends innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der dazu dient, die Struktur der Kirchenkreise zu reformieren. So fusionieren beispielsweise auch die Dekanatsbezirke Cham, Sulzbach-Rosenberg und Weiden zum 1. Juli. Die Kirchenleitung hat zudem weitere Fusionen, wie die zwischen Heidenheim und Gunzenhausen oder die Bildung des Dekanatsbezirkes Donau-Ries, genehmigt. Ziel ist es, die Dekanatsbezirke um ein Drittel auf 44 zu reduzieren, um zukunftsfähige Einheiten zu schaffen, die mindestens 10-15 Jahre Bestand haben sollen (Quelle 3).
Die Fusionen müssen kirchenrechtlich geregelt werden, was bedeutet, dass eine Vereinbarung zur Fusion erforderlich ist und die Zustimmung aller Kirchengemeinden eingeholt werden muss. Dies kann einen zeitlichen Rahmen von bis zu sechs Monaten in Anspruch nehmen. Auch wenn die Kirchenleitung die Bemühungen der Dekanatsbezirke anerkennt, gibt es Bedenken hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit dieser Fusionen.
Die Entwicklungen in Weißenburg-Gunzenhausen sind somit nicht nur ein lokalpolitisches Thema, sondern Teil eines umfassenden Reformprozesses innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche, der die Strukturen auf eine moderne Basis stellen soll.