In einer Zeit, in der handwerkliche Berufe oft in den Hintergrund gedrängt werden, strahlt ein Licht aus dem oberbayerischen Bernbeuren, das alle Herzen erhellt. Die 19-jährige Marie Wiechmann hat kürzlich die Auszeichnung zur besten Glaser-Gesellin Deutschlands erhalten. Diese bemerkenswerte Leistung bringt nicht nur Stolz für ihre Familie, sondern auch für das Handwerk selbst, das mit der Kunstfertigkeit und Kreativität der jungen Generation aufwartet.
Marie ist im Familienbetrieb Glaserei Krause tätig, welcher in dritter Generation von ihrem Vater Markus Krause geleitet wird. Ursprünglich hatte sie eine Ausbildung zur Kinderpflegerin ins Auge gefasst, doch das Glaserhandwerk zog sie mit seiner Vielseitigkeit in seinen Bann. Für ihr Gesellenstück, das einen Glaser mit einer beeindruckenden Bleiverglasung in Regenbogenfarben zeigt, benötigte sie rund 30 Stunden. Die Herausforderung lag nicht nur im Design, sondern auch in den kniffligen Details, die es zu meistern galt, wie den Fingern und der Innenecke am Fuß.
Ein steiler Weg zur Spitze
Ihr Weg zur Bundessiegerin war alles andere als einfach. Nach dem Sieg auf der Kammer im September, folgte der Landessieg im Oktober und schließlich der Bundessieg im Dezember. Diese Erfolge wurden mit einer Ehrung im Landtag durch Landtagspräsidentin Ilse Aigner im März gewürdigt. Die offizielle Auszeichnung fand auf der FENSTERBAU FRONTALE in Nürnberg statt, wo Gratulanten am Messestand des Landesinnungsverbands des Bayerischen Glaserhandwerks zusammenkamen, um Marie zu feiern.
Zusätzlich zu den Ehrungen wurde sie eingeladen, am Bayerischen Handwerksempfang am 4. Mai bei Ministerpräsident Markus Söder in München teilzunehmen. Diese Anerkennung ist nicht nur ein persönlicher Triumph für Marie, sondern ein Zeichen für die Bedeutung des Glaserhandwerks in der Region und darüber hinaus. Die Unterstützung von Sponsoren und Förderern wie Hegla, CRL und Pauli + Sohn hat ihre Reise ebenfalls begünstigt.
Ausblick auf die Zukunft
Marie Wiechmann denkt bereits an die nächsten Schritte ihrer Karriere. Sie plant, 2027 den Meisterbrief zu erwerben und freut sich darauf, ihre Meisterausbildung im väterlichen Betrieb fortzusetzen. Mit ihrer Bestnote von 1 in Theorie und Praxis bei der 74. Deutschen Meisterschaft im Handwerk (DMH) am 5. Dezember 2025 in Frankfurt am Main hat sie bereits bewiesen, dass sie nicht nur Talent, sondern auch Engagement und Leidenschaft für ihr Handwerk mitbringt.
Bernbeuren, im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau am Rand des Pfaffenwinkels gelegen, kann stolz auf seine talentierte Tochter sein. Marie Wiechmann zeigt, dass das Glaserhandwerk lebendig, innovativ und voller Möglichkeiten ist – und dass es sich lohnt, jungen Menschen eine Plattform zu bieten, um ihre Träume zu verwirklichen.