Kupferträume in Pähl: Eine Schatzkammer der Geschichte und Kunst
Im beschaulichen Pähl-Fischen, im Landkreis Weilheim-Schongau, findet sich ein Ort, an dem Kupfer zum Leben erwacht. Das Kupfermuseum, gegründet von Siegfried Kuhnke, einem leidenschaftlichen Sammler, ist eine Schatzkammer, die die Geschichte und Kunst des Metalls auf wunderbare Weise präsentiert. Kuhnke, der inzwischen 91 Jahre alt ist, hat seine Sammlung über mehr als 45 Jahre zusammengetragen und zeigt in seinem Museum fast 2000 Exponate. Ein wahres Paradies für alle, die sich für die Kunst und das Handwerk interessieren!
Der Duft von Geschichte liegt in der Luft, wenn man die Ausstellungsräume betritt. Kuhnkes berühmtester Schatz, ein kupferner Milcheimer aus dem 17. Jahrhundert, hat eine ganz besondere Geschichte. Er erstand ihn beim Verkauf des Benediktinerinnen-Klosterguts in Kerschlach. Solche Geschichten sind es, die die Exponate lebendig machen. Und das ist nur der Anfang! Zum 20-jährigen Bestehen des Museums hat Kuhnke einen Tisch mit 20 seiner Lieblingsstücke gedeckt. Darunter glänzt eine Bettwärmepfanne mit einem Rehmotiv und eine Gugelhupfform, die aus einem einzigen Stück getrieben ist. Diese stammt gar aus der Sammlung des verstorbenen Wiener Museumsgründers Rudolf Leopold.
Eine Reise durch die Jahrhunderte
Die Ausstellung im Kupfermuseum ist eine wahre Zeitreise. Sie beginnt mit kupfernen Axtbeilen aus der Kupferzeit und führt über antike Gefäße bis hin zu vergoldeten Kunstwerken des Mittelalters. Die Vielfalt ist atemberaubend! Aufwändig verarbeitete Backmodeln und hochwertiges Küchengeschirr zeigen nicht nur die handwerkliche Sorgfalt, sondern auch den künstlerischen Ausdruck vergangener Epochen. Ein besonderes Highlight sind die schlichten Objekte, wie das Kupfertöpfchen, in dem Brei für die kleine Sisi zubereitet wurde, oder die Wasserkanne aus der Hofküche von König Ludwig II. – für Geschichtsfreunde ein Muss!
Hier wird die Entwicklung der Handwerkskunst von der Frühgeschichte bis zum Niedergang im 19. Jahrhundert lebendig. Die Exponate sind thematisch und chronologisch gegliedert, was den Besuchern einen klaren Überblick über die verschiedenen Kunststile und Gebrauchsgüter ermöglicht. Von Barock über Empire bis hin zum Jugendstil – alles ist vertreten. Wer einmal die Kuriositäten, wie die „Herrengrunder Kupferarbeiten“, gesehen hat, wird sie so schnell nicht vergessen.
Ein Familienprojekt
Die Leidenschaft für Kupfer zieht sich durch die Familie Kuhnke. Siegfried Kuhnke ist nicht nur Kunsthändler und vereidigter Sachverständiger für unedle Metalle, sondern wird auch tatkräftig von seiner Tochter Madlon von Kern unterstützt. Gemeinsam haben sie mit seiner Schwägerin einen Bildband über Kupferschmiedekunst veröffentlicht. Man spürt förmlich die Begeisterung, die sie für dieses Handwerk empfinden. Die Kupferformen in der Familie werden regelmäßig genutzt, besonders wenn es darum geht, köstliche Kuchen zu zaubern.
Das Kupfermuseum befindet sich in der Herrschinger Straße 1 in Pähl-Fischen und hat mittwochs bis samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet oder nach Voranmeldung. Es lohnt sich, einen Besuch einzuplanen und in die faszinierende Welt der Kupferkunst einzutauchen. Wer weiß, vielleicht entdeckt man dabei auch das ein oder andere Stück, das die eigene Küche bereichern könnte!
Besondere Objekte, die Geschichten erzählen und die Vergangenheit lebendig halten – das ist es, was das Kupfermuseum so einzigartig macht. Ein Ort, der nicht nur für Kunstliebhaber, sondern für alle Geschichtsinteressierten ein wahrer Geheimtipp ist. Wenn ihr also mal in der Nähe seid, lasst euch diesen Schatz nicht entgehen!
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