Weidener Stadtrat beschließt keine neuen Windkraftflächen und sorgt für Diskussionen
Heute ist der 27.10.2026. In Weiden in der Oberpfalz gibt es aktuelle Entwicklungen in der Windkraftpolitik, die sowohl für die Bürger als auch für die Umwelt von Bedeutung sind. Der Weidener Stadtrat hat kürzlich mit 26:11 Stimmen entschieden, keine weiteren Vorrangflächen für Windenergie auszuweisen. Ein Schritt, der viele Fragen aufwirft und für einiges an Diskussionsstoff sorgt!
Oberbürgermeister Benjamin Zeitler von der CSU führte den Vorschlag an, der die Grenzen für Windkraftprojekte in der Stadt weiter einschränkt. Hintergrund dieser Entscheidung ist ein Gesetzentwurf des Freistaats Bayern, der die Windenergie-Flächenquote für Nordbayern auf 2,1 Prozent anheben möchte. Damit soll der Rückstand Südbayerns aufgeholt werden. Doch nicht alle sind mit dieser Entscheidung einverstanden. Der Regionale Planungsverband Oberpfalz-Nord plant, gegen die neue Quote vorzugehen und hat bereits Widerspruch eingelegt.
Widerstand und Bedenken
Landrat Andreas Meier hatte ursprünglich dafür geworben, zusätzliche Flächen freiwillig zu melden, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und mögliche spätere Konflikte mit den Kommunen zu vermeiden. Aber die Stadt Weiden bleibt bei ihrem derzeitigen Stand: 1,3 Prozent des Stadtgebiets sind als Windenergie-Vorrangflächen ausgewiesen, und das soll auch vorerst so bleiben. Zeitler begründete die Entscheidung mit der dichten Besiedelung und den begrenzten Möglichkeiten in der nördlichen Oberpfalz. Besonders kritische Stimmen gab es von Grünen-Fraktionsvorsitzenden Laura Weber, die den kurzfristigen Wechsel in der Planung als problematisch ansah. Ihrer Meinung nach könnte das wirtschaftlich vielversprechende Gebiet bei Matzlesrieth ausgeschlossen werden.
Die SPD konterte mit Vorwürfen, Zeitler würde den Prozess hinauszögern, in der Hoffnung, dass andere Kommunen die notwendigen Flächen zur Verfügung stellen. Roland Richter, SPD-Stadtrat, warnte, dass ein zögerliches Vorgehen den dringend benötigten Ausbau erneuerbarer Energien verlangsamen könnte. Hier wird’s spannend, denn auch AfD-Stadtrat Manfred Schiller stellte den Sinn eines weiteren Windenergieausbaus in Frage.
Ein Blick auf die bestehenden Standorte
Der Stadtrat hat zudem beschlossen, den „Weidener Weg“ fortzuführen, um Windkraftprojekte selbst in die Hand zu nehmen. Bei den drei bestehenden Vorranggebieten gibt es jedoch unterschiedliche Perspektiven. Rothenstadt (WEN 05) wird aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit und Grundstücksproblemen auf Eis gelegt. Währenddessen wird die Entwicklung in Matzlesrieth (WEN 11) vorerst zurückgestellt, da die Grundstückseigentümer nicht bereit sind, ihre Flächen zur Verfügung zu stellen. Das einzige Lichtblick ist das Gebiet „Heilige Staude“ an der B 22 (WEN 10), das nach wie vor als der vielversprechendste Standort gilt, auch wenn die Wirtschaftlichkeit eines Windparks noch nicht gesichert ist.
Hierbei ist es interessant zu wissen, dass wesentliche Waldflächen der Stadt über die Simultane Hospitalstiftung gehören. Weitere Eigentümer zeigen sich gesprächsbereit, aber Verträge sind noch nicht in trockenen Tüchern. Die Stadt plant eine vertiefte Markterkundung für WEN 10 und ist auf der Suche nach potenziellen Projektpartnern, da die Stadtwerke nicht allein für die Finanzierung des Windparks aufkommen sollen. Zeitler warnte, dass die bisherigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen für alle Weidener Standorte problematisch seien.
Ein Blick über den Tellerrand
Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat am 13. Februar 2026 unverbindliche Orientierungswerte für Windenergie-Teilflächenziele bis 2032 festgelegt. Die regionalen Planungsverbände sind dafür verantwortlich, die konkreten Flächen auszuweisen. Diese neuen Vorgaben könnten auch Weiden betreffen, denn die empfohlenen Teilflächenziele für die 18 bayerischen Regionen liegen zwischen 1,3 und 2,1 Prozent der jeweiligen Regionsfläche. Bis Ende 2027 muss Bayern insgesamt 1,1 Prozent und bis Ende 2032 1,8 Prozent der Landesfläche ausweisen. Das bringt Druck auf die Kommunen, die sich nun mit der aktuellen Situation auseinandersetzen müssen.
Die Unsicherheit bei Planern und Investoren ist groß, da die Evaluierung der Zielvorgaben bis 2032 durch den Bund noch nicht abgeschlossen ist. Außerdem ist es wichtig, dass bei der Planung nicht nur die Windhöffigkeit berücksichtigt wird, sondern auch andere Faktoren wie zivile Luftfahrt, Denkmalschutz und Netzinfrastruktur. Die Bürger und ihre Belange stehen dabei im Vordergrund – eine Überlastung von Ortschaften soll vermieden werden. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich die Windkraftpolitik in Weiden entwickeln wird und welche Rolle die Stadt in der bayerischen Energiewende spielt.
