Heute ist der 10.05.2026, und während die warmen Sonnenstrahlen über die sanften Wiesen des Unterallgäus fallen, gibt es einen ganz besonderen Ort, der sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem echten Paradies für Störche entwickelt hat. Am stillgelegten Baukran der Firma Holzheu in Kirchheim bei Mindelheim hat sich eine der außergewöhnlichsten Storchenkolonien Bayerns angesiedelt. Wer hätte gedacht, dass ein Baukran, der einst für die Höhen und Tiefen des Bauens gedacht war, nun ein neues Leben für unsere gefiederten Freunde bietet?
Aktuell thronen bis zu 14 Storchennester auf dem imposanten Stahlgerüst. Die Geschichte dieser Kolonie begann vor über 20 Jahren mit einem einzigen Storch, der 2005 hier sein Zuhause fand. Ein wahrer Pionier! Nach dem Abbau des alten Krans im Jahr 2016 wurde eine neue Konstruktion errichtet, die nicht nur 21 Meter hoch ist, sondern auch Teile des Vorgängers integriert hat. Diese neue Heimat bietet den Störchen nicht nur einen sicheren Platz, sondern auch spezielle Ausleger für ihre Nester, die so eng beieinander liegen, dass sie an Reihenhäuser erinnern.
Brutzeit und Nestlingszeit
Die Brutzeit der Störche, die sich von Anfang April bis Anfang August erstreckt, ist für die Elternpaare eine spannende Zeit. Sie kümmern sich gemeinsam um den Nachwuchs; das Weibchen brütet jedoch etwas mehr als der Männchen. Die Gelegegröße variiert zwischen 2 und 5 Eiern – in Ausnahmefällen sogar bis zu 7! Nach einer Brutdauer von 32 bis 34 Tagen schlüpfen die Küken, die rund zwei Monate im Nest bleiben. Während dieser Zeit werden sie von beiden Eltern mit Fröschen, Mäusen, Insekten und Regenwürmern versorgt. Was für ein abwechslungsreicher Speiseplan!
Die hohen Nistplätze sind nicht nur für die Störche ein Segen, sondern auch für die Natur. Sie bieten Schutz vor Bodenfeinden und ermöglichen einen freien Blick auf die umliegenden Wiesen und Feuchtgebiete des Mindeltals. Ein wahrer Vorteil, der den Störchen das Überleben erleichtert.
Beobachtungen und Erlebnisse
Für alle Naturbegeisterten und Vogelliebhaber gibt es in Kirchheim und Umgebung jede Menge Möglichkeiten, die Störche hautnah zu erleben. Mit Ferngläsern bewaffnet, können Besucher die majestätischen Vögel beobachten und auf dem Storchenradweg im Unterallgäu radeln. Dieser Rundweg von 40 Kilometern führt durch malerische Landschaften und verbindet die Orte Kirchheim, Pfaffenhausen und Eppishausen. Ein echtes Highlight für Radler und Wanderer!
Und in Isny gibt es mittlerweile sogar 25 Nistplätze an einer neu gebauten Schule. Der Trend, Störche in urbanen Gebieten willkommen zu heißen, setzt sich fort. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Natur ihren Platz zurückerobert und wir Menschen dabei eine wichtige Rolle spielen können.
In einer Zeit, in der wir oft von der Natur entfremdet sind, erinnert uns diese Storchenkolonie daran, wie wichtig es ist, Lebensräume zu schaffen und zu bewahren. Wer weiß, vielleicht wird der Baukran in Kirchheim eines Tages zum Symbol für den Zusammenhalt von Mensch und Tier. Ein Ort, an dem wir die Schönheit der Natur schätzen und genießen können – und das mitten im Unterallgäu!