Heute ist der 19.06.2026 und die Ereignisse rund um die Amokfahrt von Farhad N. im Februar 2025 werfen nach wie vor einen Schatten auf München. Mit einem weißen Mini Cooper raste er gezielt in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft ver.di und hinterließ eine Spur der Trauer und des Schocks. Zwei Menschen verloren ihr Leben, 44 weitere wurden verletzt. Die Stadt ist noch immer betroffen von diesem schrecklichen Vorfall, der nicht nur die Betroffenen, sondern auch die gesamte Gesellschaft beschäftigt.

In der Untersuchungshaft äußerte Farhad N. zunächst, es sei ein „großer Fehler“ gewesen, doch seine späteren Aussagen machten deutlich, dass er die Tat aus religiösen und politischen Gründen begangen hatte. Er wollte ein Zeichen setzen, wie er selbst sagte, für die unterdrückten muslimischen Völker der Welt, und handelte angeblich „im Auftrag von Allah“. Psychiater berichteten vor Gericht von einer „inneren Kehrtwende“ des Angeklagten, der sich nun als jemand sieht, der für eine vermeintlich höhere Sache kämpft. Interessanterweise zeigte er keinerlei emotionale Reaktion auf die Trauer der Angehörigen seiner Opfer; ein Brief von betroffenen Familien hatte für ihn keine Bedeutung. Das ist schon ziemlich erschreckend.

Hintergrund und Umfeld

Farhad N. kam 2016 im Alter von 15 Jahren als unbegleiteter Minderjähriger aus Afghanistan nach Deutschland. Seine Familie und Bekannte beteuern seine Unschuld und beschreiben ihn als sportlich und gesund. Er hatte Kontakt zu seiner Mutter in Kabul und unterstützte sie finanziell, was zeigt, dass er eine enge Beziehung zu seiner Herkunft hatte. Trotz seines abgelehnten Asylantrags im Jahr 2020 erhielt er 2021 eine Aufenthaltserlaubnis nach der Machtübernahme der Taliban. Anscheinend war sein Leben in Deutschland jedoch nicht nur von positiven Aspekten geprägt. Er arbeitete als Ladendetektiv und für Sicherheitsfirmen, war aktiv im Bodybuilding und nahm sogar an Wettkämpfen teil. Doch wie es scheint, war das alles nur eine Fassade für die dunklen Gedanken, die in ihm brodelten.

Behörden gehen von einem islamistischen Hintergrund aus. Bei seiner Festnahme soll Farhad N. sogar „Allahu-Akbar“ gerufen haben. Das allein lässt einen schon aufhorchen. Er hat gestanden, bewusst in die Menge gefahren zu sein – ein Geständnis, das die Frage aufwirft, wie weit er radikalisiert war und was ihn zu dieser schrecklichen Entscheidung trieb. Komischerweise gibt es auch Hinweise auf eine mögliche „Abschiedsnachricht“, die jedoch von seiner Familie bestritten wird. Sie fordern Aufklärung und halten den Anschlag für einen Unfall, was die Sache noch komplexer macht.

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Das Leben hinter Gittern

Im Gefängnis hat Farhad N. einen schwierigen Stand. Er wurde dreimal von der Justizvollzugsanstalt München nach Straubing verlegt, zuletzt im Mai, nachdem er Knast-Wärter mit dem Tod bedrohte. Viele Häftlinge meiden ihn wegen seiner Tat und seines Verhaltens. Es scheint, dass er oft seine Medikamente nicht nimmt, was zu mehreren Vorfällen führte. Selbstverletzungen führten dazu, dass er in besonders gesicherte Hafträume verlegt werden musste. Tagsüber und nachts betet er laut – etwas, was andere Insassen als störend empfinden. Vor Gericht muss er nun auch noch eine Fußfessel tragen. Ein Leben in Isolation, das vielleicht die Frage aufwirft, ob er sich selbst noch erkennen kann.

Die Tragödie um Farhad N. wirft viele Fragen auf. Fragen, die nicht nur die Justiz, sondern auch die Gesellschaft beschäftigen. Wie konnte es so weit kommen? Wo liegen die Wurzeln dieser Radikalisierung? Und was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Die Antworten darauf sind alles andere als einfach und bleiben ungewiss. Eines ist jedoch klar: Die Wunden, die dieser Vorfall hinterlassen hat, werden noch lange sichtbar sein.

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