Almir Mesanovic, der 31-jährige Kapitän von Türk Gücü Straubing, sorgt in der Landesliga Mitte für Furore. Mit 16 Toren nach 17 Spieltagen führt er die Torschützenliste an. Sein Verein, der als Aufsteiger in die Liga gestartet ist, belegt derzeit einen überraschenden vierten Platz. „Ich hätte nie gedacht, dass wir so weit oben stehen“, gesteht Mesanovic, der sich selbst als nicht mehr ganz jung bezeichnet – ein Scherz, der auf seinen Muskelkater nach dem letzten Spiel anspielt. Die meisten seiner Mitspieler sind schließlich Anfang 20.

Als echter Teamleader geht Mesanovic mit gutem Beispiel voran. In der Kabine bleibt sein Handy in der Tasche – kein Ablenkung, nur Fußball. „Ich gehe mit Taten voran“, sagt er und zeigt damit nicht nur seinen Einsatz auf dem Platz, sondern auch seine Disziplin. Je nach Spielsituation findet man ihn im Sturmzentrum, auf der Zehn oder außen. Das ist genau das, was die Mannschaft braucht. Auf dem Spielfeld ist er ein echter Wirbelwind. Am vergangenen Samstag erzielte er beim 3:2-Sieg gegen den 1. FC Passau einen Hattrick und knackte damit den vereinsinternen Torrekord. Insgesamt stehen bereits 70 Pflichtspieltore für Türk Gücü Straubing auf seinem Konto.

Ein Leben zwischen Fußball und Familie

Mesanovic, der ursprünglich aus dem Nordosten von Bosnien-Herzegowina stammt, lebt seit 2021 mit seiner Frau Almira und ihren zwei Kindern, Adian (7) und Davud (3), in Straubing. Zuvor war die Familie in Hamburg ansässig. „Der Wechsel von Bosnisch zu Hochdeutsch war leichter als der von Hochdeutsch zum bairischen Dialekt“, lacht er, während er von seinen Fußballanfängen im Garten mit seinen Brüdern Jasmin und Meris erzählt. Übrigens, Jasmin spielt als Profi beim ungarischen Erstligisten Kisvárda FC und hat sich bereits in der Champions League bewiesen. „Da kann ich nicht mithalten!“, schmunzelt Almir.

Beruflich ist er als Pfleger tätig. Das Dreischichtsystem, die drei Trainingseinheiten und ein Spiel pro Woche sind eine echte Herausforderung, aber für Mesanovic machbar. „Es ist nicht einfach, aber ich mache das für meine Familie und den Fußball“, erklärt er. In seiner Freizeit genießt er es, mit seinen Lieben Zeit zu verbringen und köstliche Cevapcici zu grillen – ein Stück Heimat auf dem Grill.

Auf dem Weg zur Klassenerhaltung

Die Landesliga ist keine einfache Liga. Fehler werden hier gnadenlos bestraft, was die Mannschaft zu Beginn der Saison schmerzlich erfahren musste. Unkonzentriertheiten führten zu späten Gegentoren und damit zu verlorenen Punkten. „Wir dürfen uns kein Larifari erlauben“, fordert Mesanovic und gibt damit die Richtung vor. Ein Durchmarsch in die Bayernliga ist kein Thema für die Mannschaft – das Saisonziel bleibt der Klassenerhalt. Alles, was darüber hinaus kommt, wäre ein Bonus. „Klar, wir träumen alle von mehr, aber wir müssen realistisch bleiben“, so der Kapitän.

In der aktuellen Saison, die von Juli 2025 bis Mai 2026 dauert, ist die Konkurrenz stark. Die Liga umfasst fünf Staffeln mit insgesamt 306 Spielen. Die Meister und Aufsteiger werden am Ende der Saison gefeiert, während einige Teams um den Abstieg kämpfen müssen. In der Landesliga Mitte steht die SpVgg Landshut derzeit an der Spitze und hat sich bereits als Favorit für den Aufstieg positioniert. Türk Gücü Straubing hingegen kämpft um jeden Punkt, um in der Liga zu bleiben und die Fans weiterhin mit aufregendem Fußball zu begeistern.