Am Freitag, den 31. Oktober 2026, wurde ein 86-jähriger Mann in Straubing Opfer eines schockierenden Betrugs. Durch einen perfiden Schockanruf erbeuteten die Täter einen fünfstelligen Geldbetrag. Sie gaben vor, die Tochter des Seniors liege schwer erkrankt in einem Krankenhaus und benötige dringend ein teures Medikament aus der Schweiz. Um die Geschichte glaubwürdiger zu machen, war im Hintergrund eine weinerliche Frauenstimme zu hören. Ein klassisches Beispiel für die skrupellose Vorgehensweise dieser Betrüger.

Der Betrug nahm seinen Lauf, als die Anrufer nach Bargeld und Wertgegenständen fragten und schließlich die Abholung an der Wohnadresse des Mannes in der Alemannenstraße vereinbarten. Der Mann, in voller Sorge um seine Tochter, übergab kurz nach 15 Uhr einem unbekannten Abholer den fünfstelligen Betrag. Der Täter – beschrieben als etwa 20 Jahre alt, rund 1,80 Meter groß, mit dunkelblonden Haaren und einer hell- oder dunkelgrünen Strickjacke – verschwand anschließend in unbekannte Richtung. Erst später, als der 86-Jährige Zweifel an der Echtheit des Anrufs bekam, meldete er sich bei der Polizei.

Polizei startet Fahndung

Die Polizeiinspektion Straubing leitete umgehend eine umfangreiche Fahndung ein, sogar mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers. Doch der Täter blieb vorerst unauffindbar. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge wahrnimmt, soll sich unter der Telefonnummer (09421) 8680 melden. Gleichzeitig warnt die Polizei eindringlich vor solchen Schockanrufen. Es ist wichtig, dass Betroffene das Gespräch sofort beenden und die Situation direkt mit den angeblich betroffenen Angehörigen klären.

Schockanrufe sind keineswegs ein Einzelfall. Betrüger nutzen gezielt die Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft älterer Menschen aus, um sich an deren Ersparnissen zu bereichern. Häufig richten sich die Betrüger in ihren Machenschaften nach bewährten Mustern. Sei es der Enkeltrick, bei dem vermeintliche Verwandte um Geld bitten, oder falsche Polizeibeamte, die die Opfer unter Druck setzen, um ihnen Geld zu entlocken. Die Polizei empfiehlt, niemals persönliche oder finanzielle Angaben am Telefon zu machen und stets eine Vertrauensperson hinzuzuziehen.

Wie man sich schützen kann

Vor diesen skrupellosen Machenschaften gibt es jedoch Möglichkeiten, sich zu schützen. Wer einen Anruf erhält, in dem Geld gefordert wird, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Denkt daran: Die Polizei oder andere Behörden fordern niemals am Telefon Geld oder Wertgegenstände. Wenn Zweifel bestehen, kann man die angeblich betroffene Person über eine bekannte Telefonnummer kontaktieren. Ein kurzer Anruf kann oft Klarheit schaffen und Schlimmeres verhindern.

Die Angst vor solchen Betrügereien hat in den vergangenen Jahren zugenommen, auch wenn ältere Menschen statistisch gesehen seltener Opfer von Straftaten werden. Diese Wahrnehmung kann die Lebensqualität beeinträchtigen und das subjektive Sicherheitsgefühl stark beeinflussen. Die Polizei bietet zahlreiche Informationen und Broschüren an, wie „Im Alter sicher leben“ oder „Gut beraten im hohen Alter“, die kostenlos bei den Polizeilichen Beratungsstellen erhältlich sind.