Im malerischen Berchtesgadener Land, auf über 1.600 Metern Höhe, liegt der Funtensee – ein Ort, der nicht nur durch seine atemberaubende Natur besticht, sondern auch durch seine extremen klimatischen Bedingungen. Dieser Kaltluftsee, der offiziell nicht als der kälteste Ort Deutschlands anerkannt ist, hat dennoch die tiefste jemals registrierte Temperatur von -45,9 Grad Celsius erreicht, gemessen am 25. Dezember 2001. Hier, wo sich die Kälte wie ein dicker Mantel über die Landschaft legt, wird die Winterlandschaft zum Schauplatz faszinierender Wetterphänomene.

Die Temperaturen am Funtensee sind im Winter oft so extrem, dass minus 20 Grad und sogar Werte unter minus 40 Grad keine Seltenheit sind. In der ersten Woche des Jahres wurden dort sogar Temperaturen von minus 35 Grad dokumentiert. Dieses Kältephänomen tritt vor allem in der kalten Jahreszeit auf, wenn eine Schneedecke das Landschaftsbild prägt und die Sonne sich rar macht. Der Funtensee liegt in einem Talkessel, wo sich die Kaltluft besonders in klaren und windstillen Nächten staut, was die eisigen Temperaturen begünstigt.

Ein Geheimnis der Natur

Der Funtensee hat mit einer Größe von 2,5 Hektar und einer maximalen Wassertiefe von 5,3 Metern seine eigene, ganz besondere Magie. Um ihn zu erreichen, müssen Wanderer sich auf den Weg über die Saugasse von St. Bartholomä am Königssee machen, was den See nur für die Geübten zugänglich macht. Der Wanderweg wird als „schwer“ eingestuft, und im Winter warnen Nationalpark-Ranger aufgrund von Lawinengefahr und schwierigen Zugangsbedingungen vor einem Besuch.

Im Sommer hingegen zeigt sich der Funtensee von einer anderen Seite: Temperaturen von bis zu 27 Grad machen ihn zu einem erfrischenden Ziel für Badegäste. Und eine Besonderheit, die viele nicht wissen: Die Waldgrenze am Funtensee geht nach unten. Je näher man dem Wasser kommt, desto kleiner werden die Bäume. Diese umgekehrte Baumgrenze trägt zur einzigartigen Atmosphäre des Ortes bei.

Traditionen und Genuss

Rund um den Funtensee gibt es nicht nur eindrucksvolle Natur zu entdecken, sondern auch kulturelle Schätze. In der Nähe des Sees befinden sich zwei Hütten, darunter eine Almhütte, in der der Funtensee-Enzian – ein Schnaps aus Enzianswurzeln – gebrannt wird. Bis in die 1960er Jahre wurde das Gebiet um den Funtensee noch für die Almwirtschaft genutzt, was den Ort auch geschichtlich interessant macht.

Die Faszination des Funtensees ist unverkennbar. Ob als Ziel für abenteuerliche Wanderungen oder einfach zum Staunen über die Natur – der Funtensee bleibt ein Juwel des Berchtesgadener Landes. Wer sich in diese eisigen Höhen wagt, sollte die schneebedeckten Winterlandschaften und die warmen Sommertage unbedingt selbst erleben. Weitere Informationen über diesen besonderen Ort finden Sie in den Quellen von Merkur und BR.