Heute ist der 26.04.2026 und in Starnberg gibt es Grund zur Freude: Im Klinikum Starnberg wurde eine bahnbrechende Technologie vorgestellt, die die Zukunft der Chirurgie maßgeblich beeinflussen könnte. Dr. Susanne Rogers und Prof. Dr. Arnold Trupka haben die neue intraoperative Ultraschallsonde demonstriert, die zusätzliche Einblicke in das Gewebe während chirurgischer Eingriffe ermöglicht. Diese nur wenige Zentimeter lange Sonde hat das Potenzial, Tumore, Gefäßverläufe und Grenzen sichtbar zu machen, was besonders in der Leberchirurgie von enormer Bedeutung ist.

Die Kosten für die innovative Sonde belaufen sich auf 30.000 Euro, die vollständig vom Freundeskreis des Klinikums Starnberg finanziert wurden. Dr. Rogers hebt hervor, dass die Sonde in bis zu einem Drittel der Operationen die chirurgische Strategie anpassen kann, was die Chancen auf eine vollständige Tumorentfernung erhöht und dabei gesundes Gewebe schont. Prof. Trupka ergänzt, dass die Nützlichkeit dieser Technologie auch bei der Chirurgie der Nebennieren nicht zu unterschätzen ist.

Ein wichtiger Schritt in der Krebsbehandlung

In Deutschland erkranken jährlich etwa 55.000 Menschen an Darmkrebs, wobei Lebermetastasen bei bis zu 50% der Betroffenen auftreten und als Haupttodesursache gelten. Die operative Entfernung ist die bevorzugte Therapie, um eine Heilung zu erreichen. Die intraoperative Ultraschalltechnik (IOUS) liefert dabei in Echtzeit Bilder während der Operation, um Tumorgrenzen und versteckte Metastasen sichtbar zu machen. Diese Technik hat das Potenzial, die Operationsstrategie in bis zu 50% der Fälle zu ändern und die Behandlungsergebnisse erheblich zu verbessern.

Die 5-Jahres-Überlebensrate bei Darmkrebs beträgt nur 50%, während sie bei Leberkrebs sogar nur bei 17% liegt. Daher ist die Entfernung von Lebermetastasen die häufigste Indikation für eine Leber-Operation in Deutschland. Minimalinvasive und roboterassistierte Eingriffe machen mittlerweile bis zu 60% der Leber- und 80% der Dickdarmoperationen aus. Leider wird die IOUS-Technologie bisher nur vereinzelt eingesetzt, hauptsächlich aufgrund unzureichender Ausbildung und fehlender standardisierter Prozesse.

Ausbildung und Zukunftsperspektiven

Die DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin) hat ein Aus- und Weiterbildungskonzept für die IOUS entwickelt und arbeitet an einem Zertifikat zur Qualitätssicherung. Ein vielversprechender Trend ist die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in die Sonografie, die dazu beitragen kann, Tumore besser zu identifizieren und die Behandlungsqualität zu steigern. Die KI wird dabei als wertvolle Unterstützung für Chirurginnen und Chirurgen angesehen.

Die fortschrittlichen Entwicklungen im Klinikum Starnberg sind Teil eines größeren Trends in der Medizin: der zunehmenden Bedeutung von Technologien, die präzisere Diagnosen und Behandlungen ermöglichen. Der Freundeskreis des Klinikums Starnberg engagiert sich gezielt für Projekte, die den Patienten vor Ort zugutekommen, und zeigt damit, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen medizinischen Fachkräften und der Gemeinschaft ist.

Diese neuen Technologien und Ansätze könnten nicht nur die Behandlungsergebnisse verbessern, sondern auch die Lebensqualität der Patienten erheblich steigern. In einer Zeit, in der die medizinische Forschung und Technik rasant voranschreitet, ist es ermutigend zu sehen, wie lokale Initiativen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen.