ZF bleibt in Schweinfurt: E-Motoren und Innovationen für die Zukunft der Mobilität
Heute ist der 19.05.2026 und in Schweinfurt tut sich einiges. Die ZF Friedrichshafen AG, ein Schwergewicht in der Automobilzulieferindustrie, hat entschieden, die Produktion von E-Motoren und Wechselrichtern für E-Autos nicht zu verlagern, sondern weiterhin direkt in Schweinfurt zu belassen. Diese Entscheidung folgt einer umfassenden Sonderprüfung, die die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Eigenfertigung im Vergleich zu externen Zukäufen untersucht hat. Ein kluger Schachzug, wie es scheint, denn die IG Metall begrüßt diese Maßnahme. Es wird mit positiven Auswirkungen auf die bayerischen Standorte in Schweinfurt und Auerbach gerechnet.
Die Sorge um Abhängigkeiten von externen Lieferanten wird kleiner – es bleibt mehr Know-how im eigenen Hause. Außerdem hebt ZF die enge Verzahnung von Entwicklung und Produktion hervor, was die Wirtschaftlichkeit über den gesamten Produktlebenszyklus verbessert. Dabei ist die Pkw-Antriebssparte von ZF nicht ohne Herausforderungen. Nach einem Verlust von 2,1 Milliarden Euro im letzten Jahr, der sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat, stehen weitere strukturelle Anpassungen und Maßnahmen zur Personalkapazität bevor. Bis zu 14.000 Stellen in Deutschland könnten abgebaut werden, wobei die genauen Größenordnungen noch nicht bekannt sind. Es gibt jedoch die Zusicherung, dass diese Anpassungen sozialverträglich erfolgen sollen.
Innovationen für die Elektromobilität
Auf dem eMobility Tech Day hat ZF einige spannende Technologien und Produkte für elektrische und hybride Antriebe präsentiert. Besonders ins Auge sticht die neue Innovationsplattform SELECT, die als flexible, skalierbare und modulare E-Antriebsplattform konzipiert wurde. Diese Plattform ermöglicht es, variantenreiche Systemlösungen für vollelektrische Antriebe zu entwickeln – inklusive E-Motoren, Inverter und Reduziergetriebe. Ein echter Fortschritt also, der die Entwicklung neuer Lösungen beschleunigen und die Industrialisierung effizient gestalten soll.
Ein weiteres Highlight ist das Thermomanagementsystem TherMaS, das die Reichweite von E-Fahrzeugen erheblich steigern kann. Es nutzt Propan als Kältemittel, was die Leistung bei extremen Temperaturen verbessert. Die Tests zeigen beeindruckende Ergebnisse: eine Reichweitensteigerung im Winterbetrieb um bis zu 10% und unter extremen Bedingungen sogar bis zu 30%! ZF bleibt dabei nicht nur bei den neuen Technologien stehen, sondern entwickelt kontinuierlich das 8-Gang-Automatgetriebe 8HP evo für Hybridantriebe weiter. Auch neue Electric-Range-Extender, die den Fahrern von E-Autos zusätzliche Reichweite bieten, sind in der Pipeline.
Ein Blick auf die Zukunft
Die Elektromobilität wächst weltweit, auch wenn die Nachfrage in Europa derzeit etwas schwächelt. ZF setzt auf ein breites Portfolio an Antriebslösungen, um den globalen Herausforderungen der Mobilitätswende zu begegnen. Das Konzeptfahrzeug EVselect demonstriert eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der ZF-Innovationen und wie man der Konkurrenz einen Schritt voraus sein kann. Es bleibt spannend, wie sich die Entwicklungen in den kommenden Jahren gestalten werden und welche Rolle ZF dabei spielen wird. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Wandel, und das nicht nur in Schweinfurt.
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