Hochwasserschutz in Schwandorf: Stadtpark muss für Sicherheit weichen
In Schwandorf gibt’s derzeit viel Gesprächsstoff, denn die Neugestaltung des Stadtparks wird nicht wie geplant umgesetzt. Stattdessen hat der Freistaat Bayern dem Hochwasserschutz den Vortritt gegeben. Ein Thema, das nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Bürger bewegt. Der Grund? Man will die Naab im Innenstadtbereich von Bewuchs und Ablagerungen befreien – eine Maßnahme, die angesichts eines Hochwasserereignisses im Jahr 2021 als dringend nötig erachtet wird.
Die bevorstehenden Arbeiten an der Naab und den Uferbereichen sind Teil eines umfassenden Hochwasserschutzkonzepts des Wasserwirtschaftsamts. Geplant sind Maßnahmen, die eine Hochwassergefahr für die Innenstadt reduzieren sollen. Für das Projekt stehen rund 700.000 Euro zur Verfügung. Unter anderem wird ein Abschnitt der Naab auf einer Länge von etwa 700 Metern bearbeitet – das klingt nach einer Menge Holz!
Die Bäume im Stadtpark zahlen den Preis
Doch es gibt einen Haken: Im Bereich des Stadtparks müssen rund 30 Bäume weichen. Insgesamt sind sogar 96 Fällungen im Gespräch, darunter 40 Bäume mit einem Stammumfang von 50 bis 80 Zentimetern. Das hat natürlich nicht nur praktische, sondern auch emotionale Auswirkungen auf viele Bürger, die den Park als Erholungsort schätzen. Kritiker, sowohl im Stadtrat als auch in der Bevölkerung, äußern Bedenken, dass die Aufwertung des Stadtparks nun auf der Strecke bleibt und stattdessen Bäume gerodet werden.
Als Ausgleich sollen zwar Neupflanzungen erfolgen, doch die Frage bleibt: Wie viel Natur können wir uns leisten, wenn die Sicherheit auf dem Spiel steht? Die geplanten Eingriffe haben auf jeden Fall die Gemüter erregt. Es gibt die Stimmen, die sagen, dass die Natur nicht einfach so geopfert werden darf. Aber andererseits – Hochwasserschutz ist kein leichtes Thema und muss dringend angepackt werden.
Der Hochwasserschutz im Detail
Die Gefahr ist real: Bei einem hundertjährlichen Hochwasser wären die Stadtteile Krondorf, Ettmannsdorf, Dachelhofen, Büchelkühn und Klardorf stark betroffen. Das Wasserwirtschaftsamt Weiden hat bereits eine Basisstudie erstellt und die ersten Überlegungen zum Hochwasserschutz skizziert. Deiche und Hochwasserschutzmauern stehen auf der Agenda, um sicherzustellen, dass die Binnenentwässerung über Schöpfwerke geregelt wird. Die Projektkosten für die ersten Planungsphasen belaufen sich auf etwa 1,8 Millionen Euro, mit einem Gesamtvolumen von rund 22,3 Millionen Euro – da ist ordentlich was los!
Die Stadt Schwandorf beteiligt sich mit 35 Prozent an den Planungskosten. Das zeigt, dass man gewillt ist, in die Sicherheit der Bürger zu investieren. Und das ist gut so, denn die betroffenen Stadtteile werden aktuell einzeln beplant. Auch im Stadtteil Fronberg hat man bereits Maßnahmen zur Hochwasserprävention angestoßen. Hier wird es in Zukunft auch um Rückstaus und die richtige Entwässerung gehen.
Ein Schritt in die Zukunft
Die Hochwasserschutzmaßnahmen sollen bis 2030 umgesetzt werden, und dabei werden auch ökologische Begleitmaßnahmen bedacht. Das Bayerische Umweltministerium hat klare Richtlinien für solche Projekte festgelegt. Es wird zwischen natürlichem Rückhalt und technischem Hochwasserschutz unterschieden. Natürlich ist es eine Herausforderung, sowohl die Sicherheit als auch die Umwelt zu berücksichtigen. Aber in Bayern ist man fest entschlossen, innovative Lösungen zu finden.
Die ganze Situation zeigt, wie wichtig es ist, in die Infrastruktur zu investieren. Hochwasserschutz ist nicht nur ein lokalpolitisches Thema, sondern betrifft uns alle. Und während die Bäume im Stadtpark weichen müssen, hoffen viele auf eine sichere Zukunft, in der Schwandorf sowohl ein schöner als auch ein sicherer Ort bleibt.
