In Schwandorf wurde ein neuer Preisrekord aufgestellt: Der Fleckvieh-Stier Melodie wechselte für beeindruckende 222.000 Euro den Besitzer. Dies ist die höchste Summe, die jemals für einen Fleckvieh-Stier gezahlt wurde und übertrifft den vorherigen Rekord von 206.000 Euro, der erst im vergangenen Jahr in Bayreuth erzielt wurde. Der Besamungsverein Neustadt an der Aisch erwarb den Stier in einem spannenden Bieterduell, bei dem alle Besamungsstationen aus Bayern anwesend waren. Merke.de berichtet, dass Melodie erst elf Monate alt und bereits 530 Kilogramm schwer ist, was einen Preis von 419 Euro pro Kilogramm ergibt.
Der Züchter Florian Götz, gemeinsam mit Andreas Böhm, hat mit Melodie ein echtes Schmuckstück gezogen. Dies macht den beiden ein gutes Geschäft; bereits elf Stiere haben sie in der Vergangenheit an verschiedene Besamungsstationen verkauft. Am meisten beeindruckt die Züchter jedoch die familiäre Herkunft von Melodie: Sein Opa Monopoly ist ein erfolgreicher Hornlosbulle. Er vererbt hohe Milchmengen und gute Fitness, und auch Melodies Nachkommen haben das Potenzial für starke Eutergesundheit.
Der perfekte Stier
Laut Clemens Spiegl vom Rinderzuchtverband Oberpfalz überzeugt Melodie nicht nur durch seine hervorragenden Werte, sondern auch durch seine genetischen Vorteile. Er hat keine negativen Zuchtwerte und gilt als „perfektes Gesamtpaket“. Auch die Euterqualität und die einfachen Geburten seiner weiblichen Nachkommen sprechen für sich. Ein weiterer Pluspunkt: Melodie ist mischerbig hornlos, was bedeutet, dass seine Nachkommen mit und ohne Hörner zur Welt kommen können. BR.de hebt hervor, dass sein Vater, Mangan, bereits 2023 für 91.000 Euro verkauft wurde, ein Zeichen dafür, dass gute Gene in der Familie liegen.
In den nächsten Wochen wird Melodie in Quarantäne stehen, bevor seine Spermienproduktion anläuft. Hier können erfahrene Bullen bis zu 1.500 Portionen pro Woche liefern, die bereits jetzt für 28 Euro pro Portion vorbestellt werden können. Seine ersten Kälber werden voraussichtlich in neun Monaten geboren. Dies könnte einen bedeutenden Einfluss auf die Zucht in der Region haben, da die Töchter von Melodie nach 26 bis 30 Monaten erstmals Milch geben werden.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Entwicklung der Preise für Fleckviehbullen in den letzten Jahren zeigt eine klare Aufwärtsbewegung. So sind in den letzten Jahren mehrere Rekorde gebrochen worden. So kostete 2012 der Bulle Weltenburg bereits über 100.000 Euro, gefolgt von Weitblick im Jahr 2019 für 151.000 Euro und Wundawerk 2023 für 163.000 Euro. Erst vergangenes Jahr wurde Witness für 206.000 Euro versteigert. Melodie setzt dem nun die Krone auf und zeigt, dass Fleckvieh-Stiere in Bayern hoch im Kurs stehen. Bei der Zuchtwertschätzung verdienen solche Bullen eine genauere Betrachtung, da die Zuchtwerte ab einer Sicherheit von 30% veröffentlicht werden. Tierzucht.landwirtschaft-bw.de informiert über die aktuellen Zuchtwerte und deren Entwicklung, die für Züchter nach wie vor von großem Interesse sind.
