Heute ist der 24.06.2026. In Steinberg, einem kleinen, aber geschichtsträchtigen Ort im Landkreis Schwandorf, gibt es traurige Nachrichten. Das Berghaus, ein historisches Gebäude, das über viele Jahre hinweg Teil des Ortsbildes war, wird abgerissen. Dieses Haus, das bis zur Schließung bewohnt war, hat nicht nur Geschichten, sondern auch Erinnerungen von Generationen in seinen Mauern getragen.

Das Grundstück wird jetzt von einem Steinberger Bürger aufgekauft und für einen Neubau genutzt. Eigentümer des Areals ist die Bürgerspitalstiftung Schwandorf, die in der Vergangenheit auch in Reparatur- und Sanierungsarbeiten investiert hat. Das Berghaus hat seine Wurzeln im Granitabbau, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann, als die Firma Blauberg die ersten Steinblöcke aus der Erde holte. Diese Steine fanden ihren Weg zum Bahnhof Schwandorf und wurden vor allem nach Nürnberg transportiert.

Ein Stück Geschichte geht verloren

Die Geschichte des Berghauses reicht zurück bis zur Errichtung der Unterkünfte für die Steinhauer, die ebenfalls aus Granitsteinen erbaut wurden. 1888 kamen Arbeiterwohnungen und ein Waschhaus hinzu. Was einst als einfache Unterkunft begann, entwickelte sich rasch zu einem Wirtshaus, das als „Fenzlwirt“ bekannt wurde. Hier fanden nicht nur gesellige Abende statt; es war auch der Schauplatz des ersten Arbeiterstreiks in Steinberg, bei dem die Gendarmerie eingreifen musste. Solche Geschichten sind es, die das Berghaus zu einem Teil der Identität der Gemeinde gemacht haben.

Die tragischen Momente, wie der tödliche Unfall eines Steinhauers im Jahr 1901 während einer Sprengung, oder die Nutzung des Nebengebäudes als Arbeitsdienstlager während des Nationalsozialismus, geben einen Einblick in die wechselvolle Geschichte dieses Ortes. Das Wasserloch, als sichtbares Überbleibsel des Granitabbaus, ist noch heute ein beliebter Anlaufpunkt für die Bewohner und erinnert an die glorreichen Zeiten des Abbaus. Granit wurde nicht nur für lokale Bauprojekte, wie die Pfarrkirche St. Wendelin oder die Friedhofsmauer, verwendet, sondern ist ein prägender Teil der Baugeschichte der Region.

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Der letzte Vorstoß zum Denkmalschutz

Im Jahr 2022 versuchte der Orts- und Kreisheimatpfleger Jakob Scharf, das Berghaus unter Denkmalschutz zu stellen, jedoch blieb dieser Vorstoß ohne Erfolg. Das Gebäude, das über Jahrzehnte als Wohnraum für verschiedene Familien diente, wird nun dem Erdboden gleichgemacht. Es ist ein trauriger Verlust für die Gemeinschaft, die sich von einem Stück ihrer Geschichte verabschieden muss.

Man könnte fast meinen, die Geschichte des Berghauses sei ein kleines Stück bayerischer Identität, das uns alle berührt. Jedes Ziegelstein, jedes Dachbalken hat seine eigene Geschichte erzählt, von harten Arbeitstagen und fröhlichen Festen. Aber das Leben geht weiter. Die Pläne für den Neubau sind bereits in der Mache und werden bald die alte Stätte ersetzen. Vielleicht wird die neue Behausung eines Tages auch ihre eigenen Geschichten erzählen. Aber der Geist des Berghauses wird in den Erinnerungen der Steinberger weiterleben.

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